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Der jüdische Student · 1911-10-10 · Heft 7 (10.10.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 7 (10.10.1911)
Date
1911-10-10
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Der jüdische Student 219 Baden besprochen werden sollte! Aus dem fernen Mülhausen, aus Freiburg, aus Molsheim und Straßburg hatten die Bundesbrüder Zeit und Kosten nicht gescheut, aber die Alten Herren aus nächster Nähe, gewissermaßen aus der Karlsruher Umgebung, konnten diese eine Nacht nicht opfern, ja, diese Alten Herren, auf die wir bestimmt rechneten, fanden es noch nicht einmal nötig, uns kurz vor der Kneipe abzusagen, so daß wir uns und die Keilfüxe auf 25 B. J. C.-er gefaßt machten und am Abend eine Tafel von knappen 18 Bundesbrüdern bildeten. In der Tat, man kann sich kaum des Eindrucks erwehren, als ob man fast systematisch darauf ausgehe, den schaffensfreudigen Elementen im B.J.C. die Arbeit zu verekeln» Die Bundesbrüder, auch die nach vielen Schwierigkeiten erschienenen Aktiven und Inaktiven, scheinen in dem Wahn zu leben, als ob sie uns, den Veranstaltern der Kneipe, einen persönlichen Gefallen tun, wenn sie unserer Einladung Folge leisten. Sonst ist es völlig unbegreiflich, wie Bundesbrüder, die sich in Heidelberg oder Baden- Baden aufhielten, erst auf energische, oft erst auf grobe Mahnbriefe hin ihre Teilnahme an der Kneipe zusagten. Kurz, es ist geradezu ein Wunder, daß unter diesen Umständen die Kneipe dennoch harmonisch und erfolgreich verlaufen ist. Wir hatten auf 11 Uhr Frühschoppen angesagt, am Nachmittag einen Bummel nach Wilhelmshöhe gemacht und bei der Gelegenheit die Keilfüxe — ein in der V. J.A. aktiv gewesenes 3. Semester und drei Oberprimaner — eifrig bearbeitet. Die Kneipe selbst mit ihrem äußerst stimmungsvollen Verlauf hinterließ einen unerwartet günstigen Eindruck. Wenn die Oberprimaner — zwei von ihnen stammen aus Karlsruhe selbst und einer aus Malsch — in der richtigen Weise weiter bearbeitet werden, dann haben wir nächstes Jahr in Karlsruhe zwei neue Kräfte zur Verfügung und damit die Grundlage zu weiterer Arbeit. Unsere sonstige Keilarbeit steht in wohltuendem Gegensatz zu den badischen Keilverhältnissen, die die Kneipe in ihrer ganzen Traurigkeit offenbart hat. In Straßburg sind uns von sieben Abiturienten drei sicher, drei weitere nicht aussichtslos, außerdem im Lande vier bis fünf Abiturienten, die für uns schon ziemlich gewonnen sind. Die Bbr. Bbr. Low und A r o n begaben sich außerdem auf eine Keilreise nach der Pfalz und vermochten zwei für die „Würzoburgia" schon gekeilte Abiturienten abzukeilen und mit ihnen eine rege Korrespondenz einzuleiten. Dabei konnte man das Unglaubliche erleben, daß die Keilfüxe selbst ihrer Verwunderung Ausdruck gaben, von einem ihnen persönlich bekannten Alten Herrn des B.J.C. nicht gekeilt worden zu sein. Infolge unserer energischen Keiltätigkeit haben wir berechtigte Aussicht, nächstes Semester eine Fuxentafel von zehn bis zwölf erstsemestrigen Füxen zu bilden. Im übrigen nimmt das Vereinsleben einen für die Ferien flotten

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