Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 7 (10.10.1911)
- Date
- 1911-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 197 Propaganda durch Bücher! Ein Aufruf von Alfred Unna, Hamburg (Mü. A. H.) Den beachtenswerten Ausführungen von Bbr. Felix Rosenb 1 ü t h im J. St. vom 20. Juni entnehme ich mit Befriedigung^ daß unser Präsidium seine Aufmerksamkeit einer Arbeit zugewandt hat, deren Wichtigkeit kaum überschätzt werden kann. Die Verbreitung jüdischen Lesestoffes unter Juden überhaupt, vor allem aber in unseren eigenen Reihen ist zur Durchführung unseres Programmes eine solch unentbehrliche Notwendigkeit daß sich an dieser Stelle jedes weitere Wort darüber erübrigt. Um so brennender aber ist die Frage nach der praktischen Durchführbarkeit unserer Forderung, möglichst vielen Juden Gelegenheit zu geben, möglichst viele Bücher der jüdischen Literatur in die Hände zu bekommen, und dafür zu sorgen, daß nicht nur die Juden diejenigen jüdischen Bücher erhalten, die sie suchen, sondern daß auch vor allem den Leuten, die uns fern stehen, eine Lektüre in die Hände gespielt wird, die sie ohne, ja oft gegen ihren Willen mit unserem Streben bekannt macht. Die Mittel, die unser Präsidium in Aussicht genommen hat, sind gegenüber dem großen Zwecke m. E. völlig unzureichend. Viel größere Hoffnung auf Erfolg dagegen setze ich auf einen Weg, den ich im folgenden den Bundesbrüdern zeigen will, eine Hoffnung, die einerseits begründet ist in dem, was wir bis heute erreicht haben, und die sich andererseits stützt auf die Zuversicht, von heute ab in meinen Bundesbrüdern tatkräftige Helfershelfer zu finden. Im Oktober vergangenen Jahres half ich einigen Herren bei der Gründung einer „Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer Literaturwerke, e. V., Hamburg", die heute als gerichtlich eingetragener Verein hier besteht und deren Vorstand ich seither als Schriftführer angehöre. Die Ziele unserer Gesellschaft sind in ihrem Namen ausgesprochen und finden ihre Berechtigung in den Ausführungen Rosenblüths und meinen einleitenden Worten. Zur Verwirklichung unserer Bestrebungen bedienen wir uns an erster Stelle eines Mittels das zwar etwas umständlich zu beschreiben, aber ebenso einfach und erfolgreich in der praktischen Ausführung ist.