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Der jüdische Student · 1911-09-20 · Heft 5-6 (20.9.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 5-6 (20.9.1911)
Date
1911-09-20
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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Der jüdische Student 173 Die Judensiedelungen in Argentinien (Meyer), Die Geschichte der Zionistenkongresse (C a h n). Dazu kamen die Fuxenstunden, insbesondere die geschichtlichen, in denen wir dieses Mal weniger Geschichte zu dozieren, als für die Geschichte unseres Volkes zu interessieren versuchten. Ein gut geleiteter hebräischer Sprachkurs nach Berlitz-Methode gab jedem Gelegenheit, Hebräisch „leicht gemacht" zu erlernen. Suchten wir so im Innern unseren Aufgaben gerecht zu werden, so taten wir andererseits auch das Unsrige, um für Juden und Judentum auch außerhalb unseres Kreises Interesse zu erwecken. So hielten Bundesbrüder in hiesigen Vereinen Vorträge über jüdische Fragen. Dann aber suchten wir auch auf eine andere Art, durch das Arrangement eines „Jungjüdischen Abends" in dieser Hinsicht tätig zu sein, indem wir in Gestalt eines Gesellschaftsabends Darbietungen jüdischen Ursprungs und jüdischen Wesens boten und — mit Erfolg boten. Des weiteren gab dann ein wohlgelungenes Sommerfest uns allen Gelegenheit, uns „gesellschaftlich" zu betätigen. Unseie körperliche Ausbildung konnten wir dieses Semester auf Grund lokaler Hindernisse leider nicht durch Turnstunden fördern; dagegen vereinigten uns in größeren oder kleineren Gruppen allwöchentlich fröhliche Wanderungen in den Schwarzwald, die sicherlich unserem Körper ebenso dienlich waren wie ein Turnboden. Auf die Fecht-Ausbildung legten wir besonderen Wert. So geht auch dieses Semester seinem Ende entgegen; ein Sommersemester, das uns allen dauernd im Gedächtnis bleiben wird. Noch eine schöne Kneipe steht uns bevor, zu der Nicht-V.J.St.-er von hervorragendem Namen im gegenwärtigen Judentum ihre Teilnahme zugesagt haben, und dann macht die Schlußkneipe der Arbeit dieses Semesters ein Ende. Eine eigenartige Schlußkneipe soll es werden: veranstaltet von unserem Fuxenkonvent. Ja, der Fuxenkonvent, den hätte ich bald vergessen! Er hat eine sonderbare Geschichte. Denn als immer mehr und mehr junge Semester sich um unsere Fahne scharten, da ward uns Aelteren im Gedanken an die zu leistende jüdische Erziehungsarbeit etwas bange. Und da kam uns der Gedanke: Ueberlassen wir doch dieses Mal einen Teil der Arbeit ihnen selber! Mögen sie sich doch selber organisieren und für sich Vorträge und Diskussionen veranstalten. Und sie taten so, und — wenn es selbst nicht immer ganz mit der Geschäftsordnung klappte — auch der Fuxenkonvent blickt auf dieses Semester zurück genau so, wie wir Aelteren auch, mit dem scheidend-wehmutsvollen Gedanken: es war schön. 20. VII. 11. Siegfried Rosenbaumx

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