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Der jüdische Student · 1911-09-20 · Heft 5-6 (20.9.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 5-6 (20.9.1911)
Date
1911-09-20
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Der jüdische Student 169 Der Antrittskonvent wählte zu Chargierten: iur. Fritz AdlerX iur. Max GoldschmidtXX med. dent. Herbert MeyerXXX. Eine Aktivitas von 14 Mann, und eine fast ebenso große Anzahl von Inaktiven, die sich gern und intensiv am Vereinsleben beteiligten, ermöglichte es, daß der V. J. St. Breslau die hohen Anforderungen, die man an eine gute jüdische Corporation stellen muß, in jeder Hinsicht erfüllte. Der Heranbildung und Fortentwickelung der Bundesbrüder in jüdischer Hinsicht dienten eine Reihe von Vorträgen, von denen zu erwähnen sind: Bbr. Dr. S t e i n i t z: Moderne Rassentheorien. „ Lewinsohn: Ueber den Begriff Nation. „ Knoch: Was bedeutet uns die Corporation? „ Goldschmidt: Ueber Pasmaniks: „Die Seele Israels", Die Fuxenstunden, die in Tendenz und Geschichte von Bbr. Fritz Glaser, im Comment von Bbr. Max Goldschmidt erteilt wurden, sorgten für die Heranbildung unserer Füxe. Wichtige Ereignisse im jüdischen Leben der Gegenwart wurden in Zeitungsreferaten, die wöchentlich abgehalten wurden, erörtert Daneben wurde auch in diesem Semester wie stets auf die körperliche Ausbildung der Bundesbrüder das größte Gewicht gelegt. Anstelle des im Winter üblichen Turnens in der Turnhalle wurden Turnspiele wöchentlich auf dem akademischen Turnspielplatz veranstaltet, die sich zahlreicher Beteiligung, selbst von Seiten der ältesten Semester, erfreuten. Sonntag früh wurde gerudert; hierfür trat am Schlüsse des Semesters offizielles Schwimmen. Vor allem aber wurde auf einen guten und regelmäßigen Fechtbetrieb Wert gelegt. Mit den Diskussionsabenden wechselten wöchentlich Kneipen ab, die immer einen würdigen, aber recht fröhlichen Verlauf nahmen; darunter einige Bowlenkneipen, die uns von unseren Alten Herren gegeben wurden. Von sonstigen Vereins Veranstaltungen sind außer dem sehr gelungenen Sommerfest in Cauth besonders zu erwähnen die häufigen Ausflüge, die z. T. auch mit Damen in die Umgegend von Breslau gemacht wurden. Das Zusammenleben der Bundesbrüder war sehr harmonisch. Sehr oft trafen sie sich auf der recht behaglich eingerichteten Kneipe, die während der Ferien durch Renovation noch bedeutend verschönert wird. Neben der inneren Arbeit bot das vorige Semester auch reichlich Gelegenheit, nach außen hervorzutreten. So beteiligten wir uns z. B. korporativ an allen Feierlichkeiten, die anläßlich des 100jährigen Universitätsjubiläums veranstaltet wurden.

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