Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 3 (20.6.1911)
- Date
- 1911-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Der jüdische Student Alle andern weniger der jüdischen Ausbildung als dem korporativen Zusammenschluß dienenden Veranstaltungen haben wir in den letzten Wochen angesichts des Todesfalles auf das Notwendigste beschränkt. Die Pfingstferien, die immer in das Vereinsleben eine empfindliche Unterbrechung bringen, andererseits aber auf den Zusammenschluß der Bbr. Bbr. einen günstigen Einfluß haben, sind nun glücklich zu Ende. Nach ihnen wird hoffentlich ein recht reger Vereinsbetrieb einsetzen, zumal jetzt schon eifrige Vorbereitungen zu einem Dampferausflug, der am 29. Juni stattfinden soll, getroffen werden. Personalia: Ein E. R. erkannte gegen A. H. Lipowski auf i. p.-Dimission und beschloß, den Grund geheim zu halten. Die i. a. B. i. a. B. Löb, Katz und Orkin bestanden ihr Staatsexamen. 11. VI. 11. Berthold Gold stein A. Breslau. Die am Anfang des Semesters wegen des geringen Keilerfolges herrschende Mutlosigkeit unter der Aktivitas legte sich, als nach angestrengter Aibeit zwei Füxe gewonnen wurden. Es traten ein stud. iur. Max Levy aus Liegnitz und von der Technischen Hochschule stud. rer. met. Conrad Körner aus Göding bei Wien. Der Vereinsbetrieb, der unter der Keilarbeit ein wenig gelitten hatte, wurde nun auch reger. Außer den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen werden wöchentlich Ausflüge in die Umgebung von Breslau unternommen. Von Vorträgen wurde bis jetzt nur einer gehalten und zwar sprach Bbr. Knoch über das Thema: „Was bedeutet uns die Corporation?u Ferner gingen wir offiziell zu dem Vortrag: „Warum sind wir deutschen Juden Zionisten?', den A. H. Kurt Blumenfeld in einer zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung hielt. In der Keilarbeit ist allerdings nur eine kurze Pause für uns eingetreten. Sofort nach Pfingsten müssen die Oktoberabiturienten besucht werden, damit wir nächstes Semester numerisch besser dastehen als jetzt. Die Aussichten sind nicht schlecht. Doch möchte ich schon jetzt darauf hinweisen, daß unsere Hauptarbeit in diesem Semester, nämlich die Vorbereitungen für nächstes Semester, nur einen Zwec< hat, wenn wir einen tüchtigen Erstchargierten und 2 bis 3 Jungburschen überwiesen bekommen, denn sämtliche aktiven Burschen müssen am Schluß des Semesters inaktiviert werden. Die etwas laxe Auffassung einiger Inaktiven von Disziplin machte einige E.R. notwendig. Bbr. Martin Waldstein erhielt