Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 3 (20.6.1911)
- Date
- 1911-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 93 Es kommt nur darauf an, den Jungen planmäßig jüdische Bücher in die Hand zu drücken! Heute ist es ein Zufall, wenn ein Gymnasiast ein jüdisches Buch zu lesen erhält. In der Begründung und Förderung der Buchpropaganda haben wir den leitenden Gedanken, den einheitlichen Plan, nach dem wir gemeinsam aibeiten und unsere Leistungen auf dem Gebiete der Jugendpropaganda prüfen, vergleichen und allmählich verbessern können. Das konkrete Ziel, das auch dem Ungeschicktesten zu erreichen nicht schwer werden kann, muß sein : Dem Primaner X zur Lektüre dieses oder jenes Buches zu verhelfen. Die Buchpropaganda verleiht auch den notwendigen kräftigen Anhalt für die persönliche Agitation des einzelnen. Mancher, der aus sich selbst heraus über jüdische Fragen nicht reden kann oder mag, wird in einem Gedankenaustausch über ein Buch die gewünschte Basis für seine persönliche Werbetätigkeit finden. Da diese Ideen nicht dazu bestimmt sind, von einzelnen anerkannt zu werden (die sich ihrer längst bewußt gewesen sind), sondern Grundgedanke einer planmäßigen und pflichtmäßigen, ineinander wirkenden Propaganda aller zu werden, so entsteht die Frage nach ihrer praktischen Durchführbarkeit. In einer Sitzung des Präsidiums habe ich die Anregung zur Begründung eines Fonds gegeben, der dem Ankauf jüdischer Bücher dienen sollte. Die Bücher sollten zu bedeutend (etwa auf die Hälfte) ermäßigten Preisen an Bundesbrüder zwecks entgeltlicher oder unentgeltlicher Weiterverbreitung unter der Schuljugend abgegeben werden. Dieser Gedanke ist von meinen Kollegen im Präsidium, welche die Bedeutung der Buchpropaganda nicht verkannten, als phantastisch und undurchführbar zurückgewiesen worden. Vielleicht mit Recht! Obschon ich glaube, d^ß viele solche phantastischen Ideen beim ersten Versuch sogleich realer und praktischer erscheinen. Auf alle Fälle ist es bereits ein großer und notwendiger Fortschritt, wenn dem Wunsche des Präsidiums gemäß in allen Kartellkorporationen dafür Sorge getragen wird, daß wenigstens alle V. J. Ster selbst im Besitze einer kleineren, die wichtigsten Werke der jungjüdischen Literatur enthaltenden Bibliothek sind. Denn unter allen Umständen ist dies die erste natürliche Vorbedingung für jede Buchpropaganda. Wenn j e d e r V. J. Ster