Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 3 (20.6.1911)
- Date
- 1911-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 85 crmäßigungen durch die Bbr. Bbr. unter der Gymnasialjugend verbreitet werden sollen, wird von dem Präsidium zurückgewiesen. Das Präsidium hält es für dringend notwendig, daß zunächst alle V.J.Ster selbst im Besitz einer modernen jüdischen Bibliothek sind, aus der sie dann auch an Bekannte Bücher verleihen können. Für die Anschaffung jüdischer Bücher soll im J. St. eine nachdrückliche Propaganda entfaltet werden. Ferner soll eine Abmachung mit einer leistungsfähigen Buchhandlung geschlossen werden, die an V.J. Ster kleinere, moderne jüdische Bibliotheken im Ganzen oder auch einzelne jüdische Bücher gegen geringe monatliche Abzahlungsgebühren abgibt. Im Zusammenhange der Debatte über die Jugend- Propaganda werden die Verhältnisse in den Schülervereinigungen Berlin und Posen und in der neugegründeten „Jung-Juda" in Breslau besprochen. Es soll versucht werden, die Gründung von Schülervereinigungen in Königsberg und in Frankfurt a. M. in die Wege zu leiten. Über die Verhältnisse in Frankfurt a. M. soll sich Horovitz demnächst bei seinem Aufenthalte in Frankfurt informieren. Die Begründung eines ständigen Keilfonds zur Unterstützung der Keilarbeit in den finanziell nicht genügend leistungsfähigen Bezirksverbänden hält die Mehrheit des Präsidiums für unpraktisch. Dagegen wird beschlossen, dem XI. K. T. vorzuschlagen, die ohnehin nötige Erhöhung des Präsid albeitrages so zu bemessen, daß für außerordentliche Aufgaben des Keilressorts etwa 200 Mark im Jahr zur Verfügung stehen. Der V.J. St. München teilt mit, daß er die Beteiligung der A c t i v i t a s an dem Turnen des Jüdischen Turnvereins in München, dessen Gründung geplant ist, abgelehnt hat. Die Gründung ist daher in Frage gestellt. Dem V.J. St. München soll empfohlen werden, trotzdem bei seinem Standpunkte zu verharren, welcher der Stellungnahme des IX. K. T. zur Frage der Mitarbeit in den Jugendbünden und der stets geübten Praxis des Präsidiums entspricht. Sodann werden einige Fragen geschäftlicher und persönlicher Natur besprochen. Schluß der Sitzung 1 Uhr.