Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 1 (20.4.1911)
- Date
- 1911-04-20
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 33 S.S. wird trotz unserer Bemühungen recht dünn gesät sein. Im ganzen sind wir — nach dem „J. St." zu schließen, die offizielle Bestätigung steht noch aus — mit einem Burschen bedacht worden. Es ist eine traurige Tatsache, daß eine erkleckliche Zahl junger Burschen, denen El ern und Studium die Wahl des Studienortes völlig freilassen, sich ihren Pflichten gegenüber dem Kartell entzieht und oft aus kleinlichen Gründen nach K.V. K.V. sich überweisen läßt deren Arbeit unter der Ueberzahl der Burschen nur leidet. Hierin müßte das Präsidium Wandel schaffen. Auch in den Ferien betätigen wir uns in jüdischen Vereinen. Im Literatur-Verein in Hochfelden i. E. sprachen Bbr. N. Roos über „Die Juden in Amerika", Bbr. Henryk Cohn über „Die kolonisatorische Arbeit des Zionismus". A. H. Edgar Weill wird demnächst in der hiesigen zionistischen Ortsgruppe über „Die Juden im Elsaß" sprechen. Die Gießener Reichstagsnachwahl hat ihre Schatten bis in unsere Mitte geworfen. Wegen der bekannten Stellungnahme der Nationalliberalen in der Stichwahl ist ein Bbr. aus Baden aus der nationalliberalen Partei ausgetreten und hat den Grund den betreffenden Instanzen mitgeteilt. 6. 4. 11. Henryk Cohn. Königsberg. Beim letzten Bericht ist nachzutragen: Wir überweisen nach Freiburg die Bbr. Bbr. Rosenbaum und Hermann. Die Ferien bieten das in den Ferien übliche Bild: Tägliches Beisammensein der Bbr. Bbr. mittags auf der Kneipe. Von Veranstaltungen sind zwei Keilkneipen zu nennen. Erfolg bis jetzt: Aktivme'dung des Herrn stud. med. Benno Rehfeld von hier, der nach München geht. Auch von den übrigen Keilfüxen gehen mehrere nach München und Freiburg und ist bei gutem Keilen der dortigen K. V. K. V. deren Aktivmeldung zu erwarten. In der Provinz werben wir z. Z. für uns durch Versendung der externen Nummer des J St. Persönliches: A. H. Dr. Barinbaum dient als einjähr.-freiw. Arzt hier. Auch Bbr. Udo Moses ist jetzt hier zu einer achtwöchentlichen militärischen Uebung. Bbr. Zahnarzt Lang (V. J. St. Freiburg) ist jetzt in Stuttgart. Ein von Bbr. Rosenbaum gegen Katzenellenbogen beantragter E. R. sprach diesen von dem Vorwurf der Unbundesbrüderlichkeit frei. Ein anderer E. R. bestrafte Rosenbaum mit einem Verweise wegen seines Verhaltens einem im Verein verkehrenden Herrn gegenüber. 10. IV. 11. Katzenellenbogen xa.i.