Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 1 (20.4.1911)
- Date
- 1911-04-20
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 Der Zionismus des B.J.C. Von Kurt Lewinsohn (Makkabaea, z. Zt. Breslau). Der Artikel Ludwig Mayers in der vorigen Nummer des „J. SV zeigt, wie berechtigt die Befürchtung war, die uns bereits unmittelbar nach dem Kartelltag kam, in vielen Punkten gar nicht verstanden worden zu sein. Schon damals war es uns klar, daß es nötig sein würde, die Art unserer zionistischen Arbeit so, wie wir sie verlangen, noch genauer zu umschreiben, etwa, indem wir die großen Unterschiede zwischen der Arbeit des B. J. C. und K. Z. V., die von uns auch bereits auf dem Kartelltag dargelegt wurden, noch einmal deutlich machten. Indessen scheint mir nach Meyers Artikel der Quell aller Mißverständnisse tiefer zu liegen. Man verkennt die Art unserer Arbeit, weil man verkennt, auf welcher Basis für uns der Zionismus ruht, was wir für Vorstellungen vom Zionismus haben. „Parteizionismus" und „fabrikmäsige Zior.istenmacherei" — damit glaubt Ludwig Mayer die Blumenfeldsche Richtung charakterisieren zu können. Man scheint zu glauben, daß wir den B. J. C. aus irgendwelchen Motiven heraus, vielleicht weil Blumenfeld Parteisekretär der „Z. V. f. D." ist und sich amtlich dazu verpflichtet fühlt, dazu benutzen möchten, möglichst schnell — den Ausdruck braucht Mayer einige Male — und möglichst viele Menschen dem Zionismus zuzuführen, die den Schekel zahlen, sich auch sonst eifrig betätigen, ohne daß ihre Oesinnung besonders tief verwurzelt und besonders echt zu sein brauchte. Vielleicht, daß wir den B. J. C. zu einer offiziellen zionistischen Organisation machen wollen, um dadurch das Prestige des Zionismus in Deutschland zu stärken oder was man sich sonst unter uns vorstellen mag. Ungefähr das Gegenteil davon dürfte richtig sein, und Worte, wie z. B. die von Mayer zitierten Rosenblüths, in denen wir immer wieder betonen, daß wir besonders gute Zionisten erziehen wollen, sollten unsere Gegner endlich einmal stutzig machen. Denn schließlich sind wir doch nicht gar so unintelligent, daß wir die Unvereinbarkeit dessen, was uns Mayer als unsere Absicht unterschiebt, und was wir hier verlangen, auf die Dauer verkennen sollten. Die tatsächlichen Divergenzen zwischen Ludwig Mayer und uns mögen nicht mehr allzu groß sein, und es mag oft mehr