Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 1 (20.4.1911)
- Date
- 1911-04-20
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Der jüdische Student. 3. Ich bin Zionist, d. h. ich sehe in dem lebendigen Dasein einer jüdischen Politik das wirksamste Mittel, das Judentum nach innen und außen moralisch zu heben. Für die westeuropäischen Juden bedeutet aber die Schaffung einer öffentlichrechtlichen Heimstätte keine unmittelbare Lösung der Judenfrage, weil diese ihre Länder nicht verlassen werden: jedoch vermag der ideale Gehalt des Zionismus ihnen diejenige Achtung ihrer Mitbürger zu verschaffen, die sie bisher am schmerzlichsten vermißten. 4. Der V. J. St. beruht insofern auf nationaler oder besser auf jüdischer Grundlage, als er der Sammelpunkt für alle ist, die für jüdische Angelegenheiten Interesse haben, er verficht nicht jüdische Angelegenheiten selbst, ausgenommen akademische, sondern sucht nur das Interresse daran zu fördern und zu verbreiten. 5. Nein; denn der V.J. St. ist weder eine Filiale noch eine Abart eines zionistischen Vereins. Zweck eines Studentenvereins ist die Geselligkeit, auf Grund dieser Geselligkeit können die verschiedenartigsten Bestrebungen gepflegt werden, aber die Pflege dieser Bestrebungen, oder gar die Annahme eines in dieser Beziehung bindenden Programms darf nicht den gesellschaftlichen Charakter der Verbindung vernichten. Dies ist der augenblickliche Stand meiner Ansichten. Richard Mayer (Bln. A. FL). 1. Die Juden besitzen m. E. die wesentlichsten Eigenschaften, die erforderlich sind, um einer Vielheit von mit einander verbundenen Menschen die Bezeichnung „Volk" zu geben. Zudem sind nach einer Periode zentrifugaler Erscheinungen neuerdings teils durch den äußeren Druck, teils durch Freiwerden bisher gebundener innerer Kräfte soviel zentripetale Strebungen im Gange, daß sich vieles, was uns bisher mangelt, auf dem Wege organischen Zusammenwachsens naturgemäß ergeben wird. Ihren Abschluß kann diese Bewegung „zum Volke" aber nur im eigenen Lande finden. 2. Ich bin Nationaljude, nicht aus Überlegung, sondern aus einem undefinierbaren Gefühl heraus, das mich zu denen hinzieht, die man Juden nennt. Da ich objektiv wie subjektiv ein jüdisches Volkstum anerkenne und bekenne, so bin ich auf dem