Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 10 (27.1.1911)
- Date
- 1911-01-27
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Der. grosse Kroll'sc he Theatersaal." mit seinen 2 Galerien für solche Zwecke der schönste und geeignetste Ran in Berlins — war. yon ■ nahezu i 50Q Personen: .gefüllt.: ... Im Parkett die Herren an weissgedeckten Tafeln, auf .den Galerien die Damen, und " unter . ihnen .eine grosse Zahl in hervorragend schönen Gesellschafts-- toi Jetten. Die Augen Aller aber; zog unsere -junge,-' liebliche, vor Glück hell.'-strahlende Bu'ndespräsjdentin auf sich. Die Stimmung; war, von Beginn-'an die früheste und edelste. Schon der Empfang der G.äste durch die neun Berliner Chargierten in einem Vorsaal erweckte in dem Publikum das Gefühl für die Eigenart der Veranstaltung. Nun erst als sie in den Festsaal, traten und von dem malerischen Anblick der Bühne, .-auf der ..das. Kommerspräsidiunrsass, gefesselt wurden! Der hohe, prunkvolle Saal, in dem sich Gold, Onyx und mattes Blau zur wirkungsvollsten Umgebung für unsere blau-weiss-gelb dekorierte Präsidiumstafel vereinte, die überraschende Natürlichkeit in der Perspektive, die prächtigen Fahnen, die Ruhe und Würde, mit der alles von statten ging, — , es war ein imposantes Bild.; Kurz vor 10 Ohr eröffnete Bbr. Fritz Glaser den Kommers und kommandierte sogleich den. Kaiser-Salamander. Anscheinend altem Brauch gemäss, stimmte die Musik „Heil dir im Siegerkranz" an. -:— Welch' eine Ironie auf die stundenlange Debatte, ob man überhaupt diesen Kaisersalamander reiben sollte! Aber die Wirkung war gross; das Publikum freute sich ob unseres ,,SchneidJs". . Nun reihte sich Rede an Rede. A. H. Dr. Erich Rosenkranz begrüsste die Vereine im Namen des Präsidiums; Emil Cohn hielt die Festrede, die an anderer Stelle dieses Heftes in extenso abgedruckt ist; in begeisternden Worten pries Dr. Nathan vom Hilfsverein die Zähigkeit und Unverwüstlichkeit jüdischer Art, die sich gerade im B. j, C. in erfreulicher Stärke; ausdrücke; es sprach Lichtheim für das K. Z.V. (das mit ca'""5"ö"M'ami erschienen war), dann die Vertreter der .,Dahlemiau, „Hebronia*', „Herzliah",' des Neuen jüdischen Gemeindevereins, der Jüdischen Turnerschaft, des jüdischen Jugendbundes, des Vereins, für Statistik und Demographie der Juden u. a./ schliesslich Bbr. Goldstein für die Füxe und A. H. Zwirn für die " Alten Herren. Was wir da hörten/ war ja im Grunde für - uns nichts Neues. . Aber der Widerhall und die Begeisterung, die diese Ansprachen beim Publikum fanden, die hatten wir noch nie im B. J. C. erlebt. Da wurde uns klar, dass wir zunächst. durch die Form die Menge für uns gewinnen können, in den Geist findet sie sich dann schliesslich von selbst. '• * Gegen I Uhr nahm der offizielle Teil sein Ende. Der Vorhang senkt sich, das Präsidium verschwindet hinter ihm," 'und unten im Parkett beginnt unter Zwirns bewährter Leitung die Fidelitäs. Gleichzeitig verteilen Boys, riesig grosse und riesig bimte Programms,- die uns den leckeren Genuss einer Salomeaui-