Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 10 (27.1.1911)
- Date
- 1911-01-27
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. Undwenn es. ein Verdienst des V. J. St. gibt, so ist. es dieses: Wir haben der jüdischen Studentenschaft Deutschlands ein Mannesideal gegeben. Dieses Ideal des beheiTsehten 'Mannes ist. es, -was uns V. J. Ster .so aneinander sclnveisst, das ist es, was mir ermöglicht; heute vor Ihnen, zu sprechen: Nicht als ein alter Herr, sondern wahrhaft als ein aktiver Bursch, zwar nicht der Verbindung, aber der. V. J. Ster-Idee, die ihre Hand auf uns alle legt," uns nicht loslässt und uns alle zu dem. Be^ kenntnis zwingt: das Beste, was wir haben, verdanken wir -dem V; J. St. Und darum weihen wir ihm das Beste, was wir. haben. Und wenn die jüdische Oeffentlichkeit uns fragt, was wir denn mit diesen Zielen letzter Hand wollen,- so sagen wir noch einmal: Wir wollen dem grossen jüdischen Leben nicht Talente, nicht Individualitäten, sondern Energien zuführen, Talente haben wir genug, Individualitäten schockweis, was uns aber fehlt, ist einzig und allein das, was wir schaffen wollen: Der Mann. — . Dieser Mann soll selbstverständlich ein Jude sein. Darum geben wir ihm sein Judentum. Er wird bei uns eingeführt in . alle Gebiete des jüdischen Wissens, er. wird angeleitet zu praktischer jüdischer Arbeit, denn erst. Arbeit und Wissen zusammen verleihen die Freiheit, deren der Mann bedarf. Es gibt, keine Seite des jüdischen Lebens und Wirkens, die unseren Jungen vorenthalten wird, selbst die Diskrepanzen unseres Judeseins bleiben keinem erspart Wie sang doch der junge Goethe so wundervoll: Und so mag des Lebens Erzklang Durch die Seele dröhnen. Fühlt der Dichter sich das Herz hang, Wird sich selbst versöhnen. Wir können es variieren und ernster gestimmt singen: . l'nd so mag des Lebens Erzklansr Durch die Seele dröhnen;'. " " . : . Fühlt der Jude sich das 'Herz bang, ■; . Wird sich selbst versöhnen. - Des Lebens Erzklang, Ihr Jungen! Das ist nicht die par-. furnierte Affenschelle dekadenten Aesthetentums, die wir in den Foyers unserer Theater hören, das ist auch nicht die; Kuhglocke offiziellen assimilantischen Philistertums, sondern Eure