Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1910-12-18 · Heft 9 (18.12.1910) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 9 (18.12.1910)
Date
1910-12-18
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3537599-3537678-3537687--1707-3539815
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der jüdische Student. •von ihm zwei Dinge, die nur das gemeinsam haben, dass sie denselben* Kartell tag beschäftigen sollen", mit den gleichen Argumenten abgefertigt Klauber ma^ seinen Anfrag selber verteidigen: mir liegt daran, ein paar ergänzende-"Worte über-meinen-zu-sagen-. ." - . Den Einwand, dass mein Antrag ganz äusserliehe und oberfläehliche Dinge zum Massstabe für Imponderabilien nehme, habe ich erwar-. tet; und ich halte ihn.für falsch, 'leb verfolge wirklieh nicht den Zweck, ' der zionistischen Organisation ein paar Hundert Mark mehr einzubrin- gen,.sondern ich meinte:; der Kartelltag soll aussprechen, dass wir'das Höchste au V. J- Su-Erziehung nicht schon dann erreicht haben, wenn .wir unseren-Leuten Ansichten und Kenntnisse beigebracht, haben, sondern erst, wenn es ihnen selbstverständlich .geworden--ist;, dass Zionist , sein un.lfür den Zionismus arbeiten dasselbe, dass ein Bekenntnis zum Zionismus, dem nicht das peinliche zionistische-Pflichtgefühl e.ntspripht, eine traurige Halbheit ist. Und ich meine, dass mau hierfür ruhig die Zahlung des Sehekels als Massstab nehmen darf — weil sie eben für uns Zionisten nicht-das Opfer einer'Jlark, sondern, das jährlich zu ererneuernde Bekenntnis zum Baseler Programm, ist-— weil wir stolz darauf sind, mit dem Schekel die kleine Summe von. Bürgerrechten zu erwerben, die das jüdische Yolk bis heute zu. vergeben hat. Gewiss lassen sich in solch einem Besehluss nur die elementarsten Dinge festlegen, aber gerade das garantiert ja, dass der Einzelne, seiner (so oft und gern missverstandenenj Freiheit nicht beraubt wird! Gottlieb scheint mit der Behauptung, der Zionismus sei letztes und höchstes Ziel der Entwickelung eines Y. JVSt.'ers nicht einverstanden zu sein; er hat aber nur dann ein Recht dazu, sie zu bestreiten, wenn ihm der Zionismus nicht als das einzige Mittel erscheint, dem jüdischen-Yolk eine, seiner würdige, Existenz zu verschaffen. Wir,, für die es nur den Zionismus-ffibt. erlauben, dass ein Jude auch nur in O ' o . ihm die Freiheit'finden kann, die sich'gleich weit fernhält vom selbstsüchtigen Individualismus, wie . von der dumpfen -Gebundenheit obskurer Massen Dieses Freiheitsgefühl wollen wir unseren Bundesbrüdern anerziehen; um. so lieber werden sie sich jedem Anspruch unterwerfen, den. der Zionismus an sie stellt. Der Kartell tag wird — um einem weiteren Einwände vorzugreifen —- das gewiss .nicht erreichen; aber er ist dazu berufen, die Forderung klar und deutlich auszusprechen. Dass sie erfüllt wird dafür haben wir dann zu sorgen. Zurückweisen muss ich den geradezu frivolen Yorwurf, ich hätte der -Ignoranz" .in. jüdischen Dingen das "Wort geredet. Ihn hatte ich allerdings nicht vorausgesehen. Ich. pflege es, wenn ich Fuxßnunterrieht, gebe, den Füxeu in der ersten Stunde zu sagen,-dass für uns schon.deshalb, weil wir am exponiertesten dastehen, eine geschlossene und "gründliche Kenntnis aller.jüdischen Dinge Grundlage alles wei teren igt. Bbr. Gottlieb inö/e sieh einmal orientieren, wieviel Fuxenstunden .man heute, wöchentlich-gibt, und "wie es damit in der Zeit stand, als noch ..der.Geist lebendig undder .Buchstabe totc' war. Yv enigsteiis mit. der Aufstellung von' Behauptungen, die schnell 'durch ein paar Tatsachen zu widerlegen sind;, sollte man vor>iehiiger sein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.