Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1910-09-21 · Heft 6 (21.9.1910) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 6 (21.9.1910)
Date
1910-09-21
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3537599-3537678-3537684--1626-3539731
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1öS Der jüdische'Student. Mark des Volkes, das -Hirn," das .imstande ' war, die Gedanken einer Nation, ja. einer Welt zu denken.. So .schufen sie den' ethischen. Universalismus, oder besser, sie lebten ihn - uns vor und wurden durch ihr Leben Schöpfer der höchsten Menschheitsgedanken. - Jsrael. soll wieder schöpferisch werden, ' so'wie es in seinen Propheten .schöpferisch war. . Das würde für - mich- Anknüpfung an die . Propheten,' Reductiqn, Selbstbesinnung, Reformation .bedeuten.. Wem solcher Gedanke neu ist, der-mag .wohl glauben," er sei einen ungeheuerlichen Phantasie entsprungen. Aber der Gedanke ist nicht neu, sondern uralt. So alt, wie unsere Zerstreuung über die Erde. Es ist der Zionsgedanke, der Gedanke, Jsrael wieder aufzubauen auf eigenem Boden. Auf dem eigenen Boden, der allein ihm die schöpferische Kraft wiedergeben kann. Der Gedanke hat heute .seine Form im sogenannten Zionismus gefunden, einer Bewegung, die ihrem Programm nach politisch ist und .jede'Anteilnahme am religiösen Leben Jsraels abgelehnt hat. Das ändert aber nichts daran, dass diese Bewegung religiös ist im tiefsten Sinne des Wortes. Ich habe das moderne., liberale- Judentum trotz seiner ethischen Ideale eine Tachlisreligion genannt und habe gesagt, warum. Jetzt nenne ich den Zionismus trotz seiner Ablehnung religiöser Arbeit ein ewig religiöses Ideal. Denn so muss man sagen': Die Ideale, die einer hat. erweisen unter Umständen seinen brutalen Materialismus. Aber es gibt auch eine materielle- Praxis, die Zeugnis ablegt, für den' höchsten Idealismus. Jeder Fussbreit Landes, der, in Palästina beackert wird von den Münden des jüdischen Bauern,'ist ein Stück, der grossen Erneuerung unserer Religion, an. die ich glaube mit der Kraft meiner Seele. Es sind Lutherthesen, die der Pflug des jüdischen Kolonisten in die Ebene von Jericho schreibt. Ob wirs erleben, ob nicht, wastut es? Wenn Wir nur die feurige Wahrheit festhalten und vererben, dass die Heimkehr allein die Erneuerung unserer Religion bedeutet. Aus dein Archiv. . Sitzung vom 20. II. 98 Nach- Verlesung und Genehmigung, des Protokolls der letzten Sitzung wird L. Leopold als Mitglied 'aufgenommen.- - Ebenso wird R. Player offiziell in die Vereinigung aufgenommen, bei welcher Gelegenheit Ilautke .eine kurze Ansprache über die Zwecke der Vereinigung hall. Ein Antrag Jungmann,, das Semester durch ein Veremsknin/rhen abzuseliliesseiv wird nachlängerer Debatte mit 6 Stimmen gegen 9 . abgelehnt.; Angenommen wird dagegen -der Antrag EeHelherg. der eine Schlusskuelpe vorschlagt, mit dem Amendement von H. Locwe, dass auch'.'.'"Damen eingeladen, werden dürften. Als Termin wird auf den Vorschlag Zipcistis der k. Alarz angesetzt. . Ferner, wird beschlossen, mit Schluss des Semesters uns ])iiotogr;:pmeren zu lassen. ' : .'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.