Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 4 (27.7.1910)
- Date
- 1910-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Der jüdische Stüucnh Hamburg -.- aktiv geworden. .. Lange" genug" hat es gedauert; der' vor jh.nen "letzte Hamburger ist jetzt 6. Semester; ho-feniiich' ist dies der , Anfang zu weiterer" Keilarheii. Zu den jüdiseheh Zentren geliert auch Posen, das uns diesmal 6 Bor. geliefert' hat;.' daß dies jedes -Semester das Minimum sein .muss. \w;?d den- Posener Bundesbrüdern hoffentlich in Fleisch und' Blutübergehen. Köln hat sich gut -entwickelt, und gibt'das beste Beispiel; dass es nur! einer wirklichen. Arbeit bedarf, damit der Erl'olg nicht; ausbleibe. (Gibt es in Bonn selbst keine jüdischen Abiturienten?) Von Breslau 'hatte." ich bereits ••manches gesagt, die Lehsten jüdisehen Abiturienten müssen besser bearbeitet werden; man muss jetzt , damit schon anfangen. Auch in den oberschlesisilieii grösseren -Städten, die sonst, was Keilen anbetrifft, die eifrigsten-wa-' fen, die als erste Keillisten in die Vereine gesclilek! 'haben, ist diesmal anscheinend wenig oder nichts geschehen: bei der ziemlich stattlichen Anzahl von alten Herren und Bundesbrüdern. muss teil die Erfolge grösser sein (Kattowitz! ZabrzeL Gleiwitz! usw. — Auch Lissa wird diesmal vermisst. Die Däiiziger Bundesbrüder haben die in einem der letzten J. St.'en angekündigten Keilkneipe anscheinend nicht vom Stapel gelassen.) ■.'Am' aller-, traurigsten aber-sieht es für ims in Frankfurt am Main aus, auch hierüber rede ich schon seit Semestern; hier wird es sicher jedes Semester ca. 20—30 jüdische Abiturienten geben. Unbedingt muss-in diesen Ferien hier eine energische". Keilarbeit einsetzen; der Piessortchef für Keilarbeit im Präsidium diuss. Mittel und Wege finden, dass in den Ferien eine Kneipe stattfindet (wenn nicht anders -möglich von Bimdesbrüdern, die."'in der Nähe wohnen) und dass vorher die Abiturienten gründlich bearbeitet werden;- durch Redensarten wie Hochburg des. K. C. -dürfen sich arbeitswillige Bundesbrüder nicht irre machenlassen. Wenn in Frankfurt am Main und Hamburg einmal Universitäten sein werden — und es wird dies .wohl eher sein, als wir .In . Palästina ein so starkes jüdisches Zentrum haben, dass wir den B. J. 0. in Deutschland nicht mehr brauchen, — müssen wir als erste: mit stattlicher . Mannschaftauf dem Platze erscheinen?' ..'Warum soll in allen diesen. Städten nicht möglich sein,; was in Köln möglich war? Fleissige Arbeit; das ist alles.; Die Bundesbrüder sollten sich endlich über .die. Wichtigkeit intensiver Keilarbeit in den - Vereinen klar werden. Dann wird auch das deprimierende Schreien der Vereine nach Ueberweisungen und Chargierten aufhören, das zu Beginn tmi am Ende jeden Semesters aus den Spalten des J. St. ertönt- Wobei jeder Verein in seinem Lokalpatriotismus glaubt, dass er "die Ueber- Weisungen am notwendigsten habe (ich weiss das, weil ich selbst in zwei Vereinen aktiv war und beide- Male mk geschrieen habe) .und dabei .. übersieh!, dass das Präsidium tro:z allerbesten Willens keine Leute zum Uebeiweisen hat, dass ihm kenie Chargierten aus der ilachen Hand wachsen und dass es den Vereinen