Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 11-12 (24.3.1910)
- Date
- 1910-03-24
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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237 des Herren rege, und er übersandte Ludwig Mayer eine Pistolenforderung. Um den V. J. St. nicht k" eher! ich zu machen, verbot es ihm natürlich der Konvent, sielauf (V:■ Forderung einzulassen. Endlich tragen die am hiesiger: Orte v, . ileiuleiL K. C.er uns gegenüber ein ganz ruppiges Benehmen;mr Schau und scheinen gewillt zu sein, den Kampfplatz: gegen den B. J.. C. von Freiburg nach Strassburg hinüber zu spielen — 1 lubeail sibi! 'Wir uberschicken am heutigen Tage einem Herrn 1 recht eine Chargiertenpartie und erwarten stündlich v«>n einem an&ren K. C.er eine Forderung. Mit ihr werden wir es glücklich auf ein halbes Uutzend .Affären in diesem Semester gebracht haben. Wer aber nun aus diesen Vorfallen auf die Unmöglichkeit eines gedeihlichen Vereinslebens zu schliefen geneigt wäre, der irrt gewaltig. Fs wurde im Gegenteil hier noch selten so viel innere Vcrcinsarbeit geleistet. Neben den regelmässigen Pres^referaten stiegen im verflossenen Monat vier Vortrage: zum Teil standen sie im Zeichen unseres A. Il.iums, wie 'überhaupt unsere A. H. A. H. ein erfreuliches Interesse an den lag legen. Es sprachen: A. H. Dr. Ludwig Mayer: „Herzl als l^önlichkeit"'. A. I f. Dr. Sam Weiss: „Die jüdischen Studentenverbände und ihre Ziele". An diesen Vortrag schloss sich die traditionelle Tendenzdebatte an, die einen äusserst anregenden, dreistündigen Verlauf nahm. Von den in unserem Geschichtszvklus vorgesehenen Vortragen wurden gehalten: Rueil, die religiösen Parteiungen im Judentum vom Fxü bis zur Zerstörung des 2. Tempels. Tiefenthak die Entstehung des Chr^tcntuns. Endlich hielt Bbr. Paul Lew im I öiö.-mtur.:erein von Ingweiler einen Vortrag über das Thema „Die poliiisehm und sozialen Zustände des jüdischen Volkes zur Zeit des nationalen Unterganges*. Die Füxe schlössen sich, in einem F. C. snit Bbr. Tiefenthal an der Spitze zusammen. Gelesen und disemiert wurden Charnberlains Grundlagen des XlX. Jahrhunderts. Als Reagenz auf das ausgelassene Treibest der Bbr. Bbr. an den Fas;hingstagen setzten wir auf den Aschermttwoch die zweite diessemestrige Burschenprüfung an. Sie iürdcrtt aber keine Katerstimmungsresultate zu Tage, trotzdem Dr. Grosnbacher die Sonde so tief wie noch nie anlegte. Fs bestanden Gilion, Martin Meyer und Bueff, alle mit „gut". Dieses Ergebnis ist um so erfreulicher, als unsere junge Mannschaft in letzter Zeit von anderer Seile her stark in Anspruch genommen war. An die zwanzig russische Studienten wandten sich nämlich an uns mit der Bitte um Beteiligung an der Gründung eines studentisch-jüdischen Literaturvereins, desi als Opposition gegen einen antisemitisch angehauchten russisches Literaturverein ge-