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Der jüdische Student · 1910-01-21 · Heft 10 (21.1.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 10 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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23G no kleine Sprachfehler, die fremde Aussprache lassen die Herr-chaTr Wolüsehns über die deutsche Sprache im übrigen nur um so deutlicher hei vorn . ten. Ausdrucksvolle Handbewegungen, namentlich drohende an agressiven Stellen, erhöhen den Eindruck. Im ganzen ein prachtvoller Gegensatz zu X o r d a u , dem Künstler der Kede. der seine Zuhörer mehr zur Bewunderung als zur Teilnahme zwingt. An einen hebräischen Spruch anknüpfend, wonach das Judentum auf drei Dingen: Wohltun, Wissenschaft und Arbeit beruhe, ging Wolfhohn darauf ein, dass von uns bisher tatsächlich die ersten beiden, so respektabel sie an sieh auch seien, allzu sehr auf Ivosien des Dritten gepflegt worden seien. Feste und zielbewusste Arbeit für die Gesamtheit, die tue u: s jetzt not. Er begrüssö die gro<<e Schar seiner jungen Studenten, die zu dieser Arbeit heranwüchsen, und er freue sich der vielen nee.cn Gesichter, die unserer Sache eine gute Zukunft versprachen. AVenn er jetzt die Chargierten mit ihren Säbeln vor sich sehe, so gedenke er eines Abuids in der ersten Zeit des Zionismus, als er zusammen mit Theodor He r z 1 eine jüdische Srudeurenkorporaiion in "Wien auf der Kneipe l-e-uchte. Dt ganze Aiddiel; sei ihm höchst ungewohnt gewesen, und naim mledi den Manu mit dem r Säbel1" habe er zunächst mis-traui-ch ar.g sehen und sich, mit einem Bibelspruch gefragt: „Cndiüit er zu uns oder zu neueren Kein den:"" Aber er habe gelernt, dashhimr die.-em im jüdischen A-u-seren gut jüdisch s Wollen Stedum, un 1 darum lYeee er sich dmvielen Säbel, die an diesem Alvern.! -idek erbt-bliebt u I .arm machten. Und er freite sich d bunten Da. tum-, da. m-, aD Gesellt nk von seinen Studenten, heute :r. ge mimh-m;> -e. wie er -ich a! Kind eines anderen DambagelA-m 1 a* e, das er nicht m» d'htbar als Zeichen seines duüVntum* g-m\mmn Iah;;. Der Ked<' f.dgm nicht eei mma r 1 'elfah als ihr vemmg-.. mgen war; aus tief-tem Herzen stimmte «lie \\m-ammluum i^ar nicht an der prugrammmässigen Stelle. Jhuhikwo an. Hierauf erhielt Dr. Ah'red Klee da- Präsidium, sah sieh aber, da er mit seiner Stimme nicht durchzudringen vermochte, bald genötigt, es an Zw'im zurückzugeben. Kasprach noch Herr L i s s a im Namen der Hamburger E-mea: Franz Oppenheim e r hielt eine feine Rede auf die Damen. Der Kommers wurde zeitig geschlossen: einige besonders vergnügte Leute blieben noch zu einer kleinen Eidulimt zusammen. Noch ein paar Worte über die Stimmung; dos Kommerses wie überhaupt der Kongresstage. Es ist leicht, eine gvwL-^eSrimmung zu erzeugen, die man „jüdisch" nennen kann. Wir kennen sie adle. Man lässt sich in Sprache und Haltunggehen, man erzählt jüdische Witze und findet lebhaften Beifall, man freut sich, dass kein Goj dabei ist, kurz, man fühlt sich — wie zu Hause. Es ist etwas ganz Erbärmliche?, so seiner eigenen Armseligkeit froh zu werden. Dur literarische Yer-

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