Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 10 (21.1.1910)
- Date
- 1910-01-21
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student dieser das erste Lied. Jetzt erst erschien das Engere Actionscomite, von den 30 Chargierten nebst den Fahnen dcrY.J. St.er escortiert. Tosender Jubel erhob .sieh bei seinem Eintrittes war am 3. Tage des Kongresses, wir standen alle noch ganz frisch unter dem Eindruck der Rede VT o 1 f fs o h n * vom Tage zuvor, und so wurde er naturgemäß zum Wittelpunkt unserer stürmischen Huldigungen. Das A. C. nahm an der Präsidiums fei Pktz, nur selir langsam trat wieder Ruhe ein. Es kamen jetzt ein« Reihe von Rednern zu Wort: der K. Z. Y.er Unna liielt die ©fYiziello Festrede, an der ausser der Länge kaum etwas bemerkenswert war — Inhalt: schlimm ist die Assimilation, gut der Zionismus —, M a h I e r sprach im Xamen der österreichischen Studenaen, oje übrigens, gekränkt weil man die ihnen ursprünglich zugedachten Plätze vor dem Andrang" der anderen Gäste nicht hatüe freihalten können, sich in corpore demonstrativ entfernt hatten timd auch später nicht wieder versöhnt werden konnten; G a b e 1 im Namen des Jüdischen Klubs: Dr. 11 a 1 p e r n für die zionistische Ortsgruppe Hamburg (er rühmte u. a. die fleissige Mitarbeit cler Y. J. St.er an den Vorbereitungen zum Kongressi. Die langen und meist auch langweiligen Reden hatten die festliche Stimmung etwasgedrückt; hinzukam, dass Kose n I) e r g , namentlich wegen seines schwachen Stimme, den Anforderungen des Präsidiums nicht recht gewachsen war. Das änderte sich mit einem Schlage, als Zwirn als Vertreter des B. J. C. das Präsidium erhielt. Mit erstauiilicher Schnelligkeit und Verve stellte er das erste Silentium an diesem Abend her. Er sprach ein pa:?r herzhafte Worte: Der B. J. C, obwohl nicht offiziell zionistisch, habe es für seine selbstverständliche Pflicht gehalten, den eisern Zionistenkongress auf deutschem Boden aufs herzlichste zu h-grüssen. Der B. J. C respektiere in den Delegierten die walireu Vertreter des jüdischen Volkes. Es folgte unser Bundoüed und diesem eine höfliche uiad angemessene Rede L i c Ii t h e i m s auf das Actionscomite. Jetzt (erhielt VT o 1 f f s o h n das Wort. Der Beifall, der sich da erhob, isu kaum zu schildern. Donnerndes Händeklatschen in dem ganzen riesigen Saal, begeisterte jauchzende Zurufe in den verschiedensten Sprachen erneuerten sich minutenlang immer wieder. Gerührt ui;;d lächelnd blickte Wolffsohn auf die zahllosen Menschen, die ihm ihre Liebe und Verehrung so aufrichtig und herzlich gestunden. Plötzlich trat vollkommene Ruhe ein, als Zwirn das Zeichen £-ab, dass Wolffsohn nun endlich sprechen wolle. Wolffsohn ist ein ausgezeichneter Redner. Seine Rede, zurückhaltend und ruhig beginnend, steigert von Satz zu Satz ihre Kraft m sich selber, kitige, wohlüberlegte Gedanken erscheinen in gefälliger, schlichter Form, ein lebhaftes, aber in feste Schranken verwiesenes Temperament öffnet ihm den We_; zu den Herzen der ZuEiörer und fesselt sie mit eigenartiger Gewair. Die Kunst der Rede ist gering, die Disposition nicht fest, aus dem Augenblick ergübt sich der einzelne Ausdruck, oft ruft ein gelungener Scherz Heiterkeit hervor. Seite-