Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 8 (23.11.1909)
- Date
- 1909-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Der jüdische Student. bände. Lasst uns keine Organisation schatten, in die niemand hineinwachsen kann. Ein einziges an die B. V. B. V. zu gewahrendes Recht wäre für mich discutierbar: das der Ehrengerichtsbarkeit. Gerade für die von Felix Rosenblüth erwähnten seltenen Fälle und die von eventuell jugendlichen Verbrechern verübten Untaten gehörte schnelle Erledigung. Oefter ist mir aufgefallen, dass ein Verfahren gegen jemand von seinen Con-Alten-Herren nicht anhängig gemacht würde, weil die Erwartung der Verschleppung oder schiefer Beurteilung jene schlapp machte. Eine Einholung der Bestätigung des Urteils durch den K. V. des Delinquenten würde auch die juristischen Gemüter beruhigen. Ziii' Aufnahme des Bonner J. W. V. Eine Knrgegnung. Ziemlich seltsam hat es uns Rheinländer berührt, dass jetzt sch n, nachdem der Bonner J. VT. V. eben er>t in den B. J. C. aufgenommen ist, mehrere Stirninen aus unseren Reihen laut werden, welche che Aufnahme als eine verfehlte, zum mindesten bedenkliche Handlung bezeichnen. Es hätren doch wohl in den K. V. K. V. unter denjenigen Bbr. Bbr., die sich für die provisorische Aufnahme ausgesprochen haben, einig-* aufstehen können, ihren Standpunkt zu verteidigen, damit der V. J. Sr. Bonn nicht von seiner Geburt an in das Fahrwa->er bösen Vorurteils g-'rüt, — sei's auch nur bei solchen B. J. (\ern, die mit unseren westdeutschen, rheinischen Verhältnissen nicht näher vertraut sind — , damit man ihn nicht, von Anfanir an als ein überflüssiges Olied. eine übereilte o o Gründ 11 ng beträchte 1. Dass man das nicht darf, dass man im Gegenteil einem V.J. St. am Niederrhein hotinungsi'mh entgegentreten kann, möchte ich wohl behaupten und verteidigen. Noch vor 0 Semestern gab es in Cölu erst 1 V. J. St.er; jetzt sind wir dort abgesehen von den bewährten A. IL A. H. Rheinlands, die wir oft in unserer Mitte begrüssen, zu zwölfen, und unter diesen ist kein einziger, der nicht im Verlauf seiner Studienzeit 1 oder mehrere Semester im benachbarten Bonn studiert hat und studieren muss. Nicht nur die inaktiven Juristen, sondern auch die Mediziner im Verlauf ihrer Aktivitas gehen hin. Teils freiwillig, teils weil unsere Cölner alten Herrschaften uns ganz gern einmal ein Semester „nicht so furchtbar weit fort" haben. Aus diesem Grunde gehen auch von 15 jüdischen Abiturienten meist 6 oder T im (Sommer-) Semester und die anderen grossenteils im folgenden Semester nach Bonn; und wenn da nun nicht ein V. J. St. unsere Ferien- Keiltätigkeit kräftig ablöst, dann ist eben z'± unserer aufgewandten Arbeitskraft umsonst getan, und die Abiturienten fallen dem K. G. in die Arme oder entwickeln sieh zu „Persönlichkeiten", was ja bei jungen Füxen bekanntlich nech schlimmer ist. Auf jeden Fall sind sie für uns dann so gut wie verloren. Können