Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 6 (14.9.1909)
- Date
- 1909-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Der jüdische Student. schäftltche Teil der Tagesordnung zu seinem Recht. Auf Anregung des Präsidiums wurde die Er ige der Stellungnahme zu den jüdischen Jugendvereinigungen diskutiert. Für diese Frage kommt hauptsächlich Cöin in Betracht, wo ein blühender Gabriel Riesser- Verein besteht. Eine erfolgversprechende Betätigung ist für uns solange ausgeschlossen, wie der Verein unter dem jetzigen einflussreichen Leiter steht, der ein eifriger A. H. der F. \V. V. ist und bei jeder Gelegenheit — o Ironie — sein bewusstes Judentum betont. Jedoch wurde allen Cöinern V. J. St ern, soweit sie noch nicht Mitglieder des Vereins sind, der Eintritt empfohlen, zumal der jetzige Leiter bald abdankt. Was uns aber hauptsächlich hier für eine erfolgreiche Betätigung in diesem Verein fehlt, das sind ständig in Cöln ansässige A. H. A. H., die allein einen nachhaltigen Einfluss durch öffentliches Auftreten oder durch Arbeit im Verborgenen ausüben konnten. Wertvolle Anregungen in dieser Hinsicht empfingen wir von A. H. Rechtsanwalt Dr. Weinberg, der im Ju- <rendverein zu Dortmund sich eine kleine Schar von Anhängern . . , . . grossgezogen hat gegenüber dem gegenteiligen Einfluss des dortigen Rabbiners. Ausserdem wurde der Termin für eine Keilkneipe in Cöln, das mit 12 Y. J. St ern den Schwerpunkt des hiesigen Verbandes bildet, auf den 12. September festgesetzt. Der neugegründete Verein in Bonn war nur insofern Gegenstand der Diskussion, als einige Vorschläge für die finanzielle Fundierung gemacht wurden. Ausserdem wurde als missfällig hervorgehoben, dass man ohne Berücksichtigung des hiesigen Verbandes, dessen altert- Mitglieder Bonn aus eigener Erfahrung kennen, den wichtigen Schritt der Xeugrundung in Bonn unternommen habe, welcher Schritt sicher nicht die Befürwortung aller gefunden hätte. Uebei die Organisierung des neuen Vereins wurde naturgemäss nicht debattiert, weil das die Sache des Vereins selbst ist. An dieser Stelle noch weitere Ausführungen über Bonn folgen zu lassen, wäre zwecklos, weil bis jetzt nur Vermutungen angestellt werden können, die je nach der Art des Schreibers pessimistisch oder optimistisch gefärbt sind. Ich kann hier nur die Aufforderung an alle Bbr. Bbr. richten, die in anderen Vereinen entbehrlich sind, den neuen Verein durch ihre Person zu unterstützen. Vorläufig sind es erst e i n Bursch und e i n Fux, die ihr Erscheinen in Bonn für das nächste Semester sichergestellt haben, gegenüber 7 ehemaligen J. W. V.ern. Es fehlen also noch mindestens 2 tüchtige Burschen, vor allem ein tüchtiger Fuxmajor. Ich hoffe, dass diese Aufforderung nicht ungehört verhallt angesichts der Lage des neuen Vereins, der dem K. C. erfolgreich Konkurrenz machen oder gar ihn aus dem Felde schlagen soll. Unsere bisherigen Bemühungen sind erfolglos geblieben, weil man unsere Privatbriefe unbeantwortet gelassen hat. Wir hoffen, dass man uns an massgebender Stelle nicht im Stiche lässt. 1. IX. 09. Albert Eisberg.