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Der jüdische Student · 1909-08-24 · Heft 5 (24.8.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 5 (24.8.1909)
Date
1909-08-24
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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130 Der jüdische Student unsere Füxe hier während des ganzen Semesters planlos und zersplittert umherliefen, ohne den starken persönlichen Einfluss von Bursch zu Fux, durch den allein eine erspriessliche Erziehung vermittelt werden kann. Kaum einer unserer Fuxe hat hier den richtigen Anschluss an den richtigen Mann gefunden. So entlassen wir unsere Füxe angesichts der Ungunst der Verhältnisse mit dem schmerzlichen Bewusstsein, ihre Erwartungen nicht erfüllt zu haben, und hoffen, dass ihnen ihre weitere Laufbahn im B. J. C. das geben wird, was sie bei uns nicht fanden. Ueber den Verlauf der letzten Wochen des Semesters ist folgendes noch zu berichten: Bis zum Schlusskonvent fanden in gewohnter Weise Fuxenstunden, Vorträge, Ausflüge und Kneipen statt. Wir beteiligten uns offiziell an einer äusserst stilvoll arrangierten und eindrucksvollen Herzl-Feier der Ivria, sowie an einer von der zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Gedenkfeier für den verstorbenen Herrn Moritz Weil, dem gerade wir V. J. St.er als einem eifrigen Förderer unseres Vereins ein ehrendes Andenken schulden. Als Abschluss des Semesters veranstaltete Bbr. Marcus, unterstutzt von dem Fuxen Glaser, einen seiner mit Recht so beliebten Jung-jüdischen AbendeK, der harmonisch ergänzt wurde durch eine darauffolgende Dattlerbowle. Diese Bowlenkneipe, mit der wir Burschen unseren Füxen für ihren gelungenen V. D. St -er-Komiuers danken wollten, wurde von unserem Gast A. H. Samuel Moses geleitet und gab allen Beteiligten Gelegenheit, etwaige Enttäuschungen und Kümmernisse in dem ,wundenheilenden* Nass zu ertränken, so dass wir in ungetrübter Eintracht von einander scheiden konnten. Unsere Reihen halten sich am Schluss nur wenig gelichtet. Nur Boetzei, der schon seit langer Zeit wegen eines Nierenleidens dispensiert war, tratwegen seiner Krankheit aus. Ferner mussie der Fux Coblincr als unbrauchbar abgegeben werden. Die übrigen Füxe haben sich fast alle recht bewährt. Die Fuxenprüfung bestanden ausser Cobliner und Kaldenbach alle; Glaser und Lyon mit dem Prädikat gut, Katzenstein fast gut. — Unsere Fuxe werden sämtlich im Winter fortgehen; es war uns nicht möglich, auf einen von ihnen einen Druck dahin auszuüben, dass er im Winter hier bleiben solle, — eine Bestätigung für das oben Gesagte. Der Schlusskonvent überwies bereits: nach Berlin Gidion, Glaser und Rosenthal, nach München Manko und Kaldenbach. - Der V. j. St. Freiburg steht somit wieder einmal vis-ä-vis de rien. Wir haben für den Winter 4 Inaktive, die im Examen sind, und 1 aktiven Burschen, den aus Berlin zurückgekehrten Bbr. Dukas. Angesichts einer solchen Präsenz müssen wir dringend um Unterstützung bitten; wir können unsere Bitte mit dem Hinweis bekräftigen, dass ein Winteraufenthalt in Freiburg in jeder Beziehung ungemein lohnend ist, vor allem wegen der landschaft-

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