Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 5 (24.8.1909)
- Date
- 1909-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Der jüdische Student. thal und Knoch. Briefe sind an Bbr. Blumenthal, Freiburgerstr. 34 zu richten, Geldsendungen an Bbr. Zerkowski, Sonnenstr. 12. Während der Ferien haben wir jeden Dienstag offizielles Cafe im Residenzcafe, 9 h. c. t., ausserdem nach Bedarf Spielabende und Kneipen in unserer Wohnung. Das neue Semester beginnen wir am 23. Oktober. 1. VIII. 09. Buttermilch, Breslau XIII, Moritzstr. 25. Strassburg. Der weitere Verlauf des Semesters war bis zum Schluss befriedigend. Von den Bbr. Bbr. Klauber und Baruch wurden noch Geschichtsvorträge gehalten; Bbr. Lewin wurde nach bestandenem Burschenexamen in den B. C. aufgenommen, die Inaktiven Ludwig Mayer und Julius David nach bestandenem Referendarexamen zu A. H. A. H. ernannt. Mayer bleibt in Strassburg, David geht vorläufig nach Metz. Beide haben sich bis kurz vor ihrem Examen und gleich nachher wieder am Vereinsleben beteiligt. Noch kurz vor Semesterschluss wurden sie von der Polizei wegen nächtlicher Ruhestörung zu einer Geldstrafe in der Höhe von je 1 Oelbaum verknaxt! Der gunstige Ausfall des Fuxenexamens zeigt dass die Füxe neben den Freuden des Vereinslebens auch ihre Pflichten sich bewusst waren. Ueberwieeen wurden: Adler nach Marburg, Baruch nach Breslau, Lewin nach Breslau. Das Semester schloss mit dem Schlusskonvent am 27. und der Schlusskneipe am 29. Juli. Zur letzteren hatten wir an eine grössere Anzahl von Damen auf deren Wunsch Einladungen ergehen lassen, denen sie samtlich Folge geleistet haben. Der Abend verlief recht unterhaltend (Kneipe, Bierzeitung, Cabaret, Tanz), dank insbesondere der sorgsamen Vorbereitung, welche er von den „jungen Leuten" erfahren hatte. Wenn wir noch einmal rückblickenddieses soeben verflossene Semester im Zusammenhang mit den vorhergehenden betrachten, so dürfen wir zu unserer Genugtuung feststeilen, dass der Weg, den der Verein seit nun 3 Semestern zielbewusst beschritten hat, sich als der richtige zu bewähren scheint. Wenn Rosenkranz bei uns wäre, würde er k-urz sagen : „Das Material ist besser gewordena, und zwar sowohl h nsichtlich der Zusammensetzung des V. J. St. als auch bezüglich d .r Kreise, auf welche der Y: J. St. in Zukunft gesellschaftlich angew esen sein wird. Somit wäre wieder einmal seit langer Zeit im V. J. St. Strassburg ein in seinem Verlauf recht gleichmässiges und in seiner Gesamtstimmung recht harmonisches Semester verflossen, das, wie wir hoffen, mit seinen Erfolgen nach innen und aussen grundlegend wieder für das bevorstehende sein wird, —