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Der jüdische Student · 1909-08-24 · Heft 5 (24.8.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 5 (24.8.1909)
Date
1909-08-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Der jüdische .Student. einzig folgerichtige Ausdruck des Nationaljudentums ist. Es wäre überflüssig, sich hierüber in einer zionistischen Publikation weiter zu verbreiten; das hiesse, zu Bekehrten predigen. Wir können nur hoffen, dass Logik und gesunder Menschenverstand sich bald durchsetzen und dass die „National-Juden" unter den jüdischen Studenten sich uns anschliessen werden. Ein unerwartetes Licht ist neulich auf unsere Lage ge"allen. Im Dezember 190S erschien in der jüdischen- Presse eine Notiz, unterzeichnet von den Verbindungen in Oxrord, Cambridge und Leeds, worin sie die anderen Universitäten aufforderten, ihrem Beispiel zu folgen. Eine Wirkung dieses Manifestes war die Gründung von Verbindungen in Dublin und Manchester, eine andere war eine ziemlich heftige öffentliche Diskussion, die erst kürzlich verstummt ist, in den Spalten des Jewish World', einer englischjüdischen Wochenschrift. Das Bemerkenswerteste, was sich im Verlaufe der Diskussion ergab, war folgendes: 1. Eine grosse Menge verkehrter Vorstellungen von Zionismus und Nationaljudentum bei Freunden und Gegnern. — Nicht mehr als drei oder vier national-jüdische Schriftsteller waren sich über den Begriff „Nationalismus" klar, während alle Gegner, darunter der .Herausgeber der Zeitung, die wahre Bedeutung des Begriffes ignorierten, verdrehten oder missverstanden. 2. Der Mang 1 eine«? durchgreifenden Einwands gegen national-jüdische Ideale. — Der Anteil der Gegner an der Auseinandersetzung war sehr gering, sie begnügten sich meist damit, ihre Behauptungen als bewiesen vorauszusetzen oder über uns zu spotten. Manche wussten auch gar nicht, worauf es ankam. 3. Der moralische Wert des Nationaljudentums wie die praktische Haltlosigkeit des Nur-Nationaljudentums. — Der allzu enthusiastische Nationalismus eines oder zweier Schriftsteller war nur ein Gegenstand des Spottes für die grosse Zahl materialistisch denkender englischer Juden, während es für uns Ziuni.sten peinlich war zu sehen, wieviel Kraft an Luftgespinste verschwendet wird und der Sache unserer Befreiung verloren geht. Es wird oft betont, eine studentische Korporation habe sich rein aufs Akademische zu beschränken, also sich mit der Diskussion und Klärung der theoretischen Sätze zu befassen und die Politik beiseite zu lassen. Wendet man das auf die national-judischen Bestrebungen an, so sieht man bald, dass eine Korporation, die sich der zionistischen Bewegung fern halten wollte, sich einfach zur Bedeutungslosigkeit verurteilte. Denn die einzige Durchführung des Nationaljudentums ist der Zionismus. Anstrengungen in irgend einer anderen Richtung verschärfen nur die Qualen des Gotus; von jeder anderen Lösung der Judenfrage, die vorgeschlagen wird, kann man beweisen, dass sie nicht allen zu Gute kommt, und notwendigerweise endet man beim Zionismus. — Sicherlich sollen die jüdischen Akademiker alle vorgeschlagenen Lösungen prüfen, sich über sie schlüssig werden und dann nach ihren Kräften für

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