Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 4 (26.7.1909)
- Date
- 1909-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Der jüdische Student. Makkabaca. Das regelmässige Vereinsleben, die stetige Arbeit setzte sofort nach Pfingsten ein. Bbr. Lewinsohn erteilt den wissenschaftlichen Fuchseuunterricht, der von allen Teilnehmern mit Interesse verfolgt wird. Kommentunterricht gibt Bbr. Silberstein. Ausser durch den Fuchse nunterricht und durch den persönlichen Verkehr mit altern Bbr. wurden unsere Füchse durch die wöchentlichen Vorträge mit unserer Gedankenwelt bekannt gemacht. Solche wurden bisher gehalten auf einem B. J. C.er-Abend von A. IL Dr. Heinrich Löwe, über die Sage vom ewigen Juden; von A. H. Dr. Zabludowskv, der aus Petersburg, wo er Rechtsanwalt ist, auf einige Wochen nach Berlin gekommen war, über die Verhaltnisse der russischen Juden, über die er jede gewünschte Auskunft mit grosser Sachkenntnis zu geben wusste; von Bbr. Kurt Lewinsohn, der, ohne ein Thema anzugeben, Gedanken über das Wesen der Xation, den Xationaiis- . mus n. ähnl. entwickelte. In der letzten Woche veranstalteten wir ein Sommerfest, dessen günstigen Verlauf das regnerische Wetter nicht beeinträchtigen konnte. Nicht weniger schöne Erinnerungen hat das diesmalige Anrudern mit den diversen Wasserspässen bei uns hinterlassen. Wir besuchten ferner die Versammlung der B. Z. V., in der in sehr wirksamer Weise gegen die Angriffe der AHtance auf den Zionismus und den Hilfsverein protestiert wurde. Zum I.Juli haben wir mit dem Berliner V. J. St. unsere Kneipe in der Lmienstr. 155 gekündigt und suchen nun für 1. Oktober eine eigene Wohnung, in der wir unsere gedeihliche Arbeit, von Wirt und Bierkonsum unabhängig, fortsetzen werden. Von unsern A. H. A. Fl. hoffen wir bei Aufbringung des Mietspreises auf tatkräftige Unterstützung. 5. VII. 09. " Fr itz Blanken fe Id. Marburg. Den zweiten Teil des Semesters eröffneten wir •mit einem kleinen, sehr gut gelungenen Sommerfest. Die Bürgerschaft beginnt sich dafür durch Spenden für eine Fahne zu revanchieren, deren Anschaffung wir jetzt mit grösster Beschleunigung betreiben. Grund für diese Eile ist unsere erneute Meldung zum Ausschuss. Vor 2 Jahren hat man uns wegen anti-nationaler Tendenzen abgewiesen. Sollte es uns dieses Mal wieder so gehen, . so haben wir wenigstens gegen den Vorwurf der Vaterlandsfeindlichkeit protestiert. Werden wir aber aufgenommen, so ist es uns vergönnt, bei Bismarck-Fackelzügen und Feiern des 2000. Studenten vor den Augen „unserer" Burgerschaft mit aufziehen zu dürfen und ihr dadurch ein längst ersehntes Schauspiel zu bieten. Ausser diesen materiellen verknüpfen den grössten Teil der Bbr. Bbr. noch zartere, seelische Beziehungen mit der Bürger-