Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 4 (26.7.1909)
- Date
- 1909-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Der judische Student. F. C. zusammengeschlossen, dessen Leitung in den Händen unserer Füxe Klauber und Bachrach Hegt. Dieser F. C. sticht sich, neben der Pflege jüdischer Literatur, bei der mit Recht so beliebten Strassburger Damenwelt in unserem Sinne zu betätigen. Besonders entwickelte er bemerkensweite Fähigkeiten auf diesem Gebiete bei unserem Ausflug am Sonntag, den 27. d. Mts., der bei allen Teilnehmern grossen Beifall gefunden hat. — Von Interesse ist vielleicht, dass unser Fux Bachrach, dem wir Generaldispens nach Heidelberg gegeben haben (s. J. St. No. 3), wieder zu uns gekommen ist, natürlich mit Erlaubnis seiner Eltern. Die Besetzung der Chargen ist folgendermassen geändert worden: Adler X, F. M., F. W.. Roos XX, Schriftwart, Baruch XXX, T. \V. Persönliches: stud. jur. Edmund Weill hat sich bei uns aktiv gemeldet und ist in den A. C. aufgenommen worden. Bbr. Baruch bestand sein Burschenexamen und wurde in den B. C. aufgenommen. J. a. B. Ludwig Mayer bestand sein Referendarexamen mit »gut". Bbr. Lewin wurde wegen groben Vergehens gegen die Vereinsdisziplin auf acht Tage dimittiert. 2. VII. 09. Adler. Freiburg. Nach den Pfingstfeiien, die wir alle auf gemeinsamen Ausflügen und Reisen verbrachten, drohte die Kurve unseres Vereinslebens sich zunächst in bedenklicher Weise zu senken. Es wurde immer deutlicher fühlbar, dass die Konstellation unseres Vereins in diesem Semester eine nicht recht harmonische ist. Zunächst das numerische Missverhältnis zwischen Burschen und Füxen; einer Fuxencorona von 14 Mann gegenüber haben wir 6 aktive Burschen (den C. C: Fink, Schalscha, Platz und Lang, Marcus, Rotschild.) Es ist klar, dass ein solcher B. C. schon wegen seiner quantitativen Inferiorität — von anderen Gründen abgesehen — nur schwer im stände ist, „ einen so starken F. C. zu verdauen. Und dann ist dieser F. C. an sich schon schwer verdaulich. Es sind da mancherlei Gegensätze in den Persönlichkeiten, Gegensätze, die zwar latent bleiben, aber der Entwicklung des erforderlichen geselligen Zusammenschlusses der Bbr. Bbr. hinderlich sind. In einer solchen Situation brauchten wir Persönlichkeiten, die im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Bbr. Bbr. stehen und um die sich alle zu einer grossen, ihrer Zusammengehörigkeit sich bewussten Familie zusammenfinden. Und solche Leute haben wir nicht. Wir suchten der drohenden Zersplitterung und der aufkeimenden Misstimmung mit Erfolg dadurch zu begegnen, dass wir