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Der jüdische Student · 1909-06-17 · Heft 3 (17.6.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 3 (17.6.1909)
Date
1909-06-17
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der jüdische Student. 45 mit beratender Stimme ausgestatteten Abgeordneten vertreten sein. Unerfindlich ist es allerdings, warum das gieidbe Recht auch dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens eingeräumt wurde, der doch im jüdisch-politischen Lebern einen viel zu prononzierten Standpunkt einnimmt, um unparteiiscüi über den Jugendvereinen zu stehen. — — — Die Geburtsstunde des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands (dem sich sogleich der grosse Teil der 4*2 auf der Tagung vertretenen Vereine anschloss) hat infolge der mannigfachen Differenzen nichts Erhebendes oder Weihevolles gehabt. Aber die jüdische Jugend — nicht nur die in Jugendvereinen organisierte — mag aus der Entstehungsgeschichte des Verbandes lernen, dass eine Forderung, um die der KampfF w ohl lohnt, noch keineswegs überall Anerkennung erlangt hat: die der Freiheit der jüdisch-politischen Betätigung.- * * % Den vorstehenden Zeilen, die ich auf Wunnsch der Redaktion des „General-Anzeigers für die gesamten Interessen des Judentums" für diese Zeitung schrieb, habe ich hier ninr weniges hinzuzufügen. Gewiss ist die Gründung des Verbandes der Jugeudvereine für uns von grösstem Interesse — deshalb hafoe ich über sie ausführlicher berichtet —, gewiss ist es bedeutungsvoll, dass bei der Leitung dieses Verbandes der in unserem Skne zuverlässige Jüdische Jugendbund Berlin, vertreten durch seinem Vorsitzenden, unseren A. H. Erich Rosenkranz, ein entscheidendes Wort mitziu sprechen haben wird. Aliein als Betätigungsfeld! für die V. J. St.en und V. J. St.er kommen nach wie vor ausschliesslich die einzelnen Jugendvereine :die bereits gegründeten und dik noch zu gründenden^ in Betracht. Vielleicht steht es nicht ganz fest7 ob sie uns durchweg direkt die Möglichkeit zur erfolgreichen Progagierung des jung-jüdischen Gedankens erschüessen wenden; ich persönlich möchte allerdings unser altes Dogma, dass allle positiv-jüdische Arbeit schliesslich doch uns zu statten kommen muss, unter keinen Umständen aufgegeben sehen. Vor allem aberr ist das zweifellos, dass die Jugendvereinsbewegung uns höchst gefährlich werden kann, wenn wir abseits stehen bleiben. Sichernde ist sie von ihren Inspiratoren zum Teil als Instrument zur Bekämpfung des Zionismus gedacht worden; das ist besonders deshaüb bedenklich, weil sie an den vermögenden und einflussreichen Logen einen festen Rückhalt hat — und bestimmt nicht in letzter Reihe für antizionistische Zwecke! Unter diesen Umständen kann für Optimisten wie für Pessimisten im B J. C. die Parole nur lauten: Tretet in die Jugendvereine ein, kommt den Logen in der Gründtimg von Jugendvereinen zuvor ^Ihr könnt sie trotzdem unter ihrer Protektion gründen!) und arbeitet in der Jugcndvereinsbewegung eifrigst mit. Aus eini-

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