Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 1 (22.4.1909)
- Date
- 1909-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Der jüdische Student. Hebung wir hinarbeiten, recht hemmend bemerkbar. Unsere Keilerfolge sind trotz angespannter Arbeit bisher sehr gering gewesen. Zwei recht gemütliche Ferienkneipen haben im März stattge^ funden. In unserem Kneiplokal Linienstrasse 155 werden wir noch das Sommerseinester hindurch bleiben. — Auch in Berlin ist jetzt — das verdient hier mitgeteilt zu werden — unter dem Protektorat der IL 0. B. B.-Logen ein Jüdischer Jugendbund gegründet worden, der überaus starken Zuspruch zu finden verspricht Für die Berliner V. J. St.en scheint sich hier ein grosses Betätigungsfeld zu ersehliessen, zumal die Stimmung, die die ausserordentlich gut besuchte Gründungsversammlung beherrschte, in unerwartetem Hasse positiv-jüdisch war. Zum 1. Vorsitzenden des Bundes ist Rosenkranz gewählt worden! Zu Beginn der Ferien ist Bbr. Enoch auf unsere Waffen auf Säbel s- 15' angetreten und hat ausgepaukt. A. H. Dr. Julius Jacobsohn-Erfurt hat »ich mit Fräulein Paula Grumbach aus Freibuig verlobt. A. H. Dr. Kirschner ist seit dem 1. April am Statistischen Amt der Stadt Berlin, zunächst als Volontär, beschäftigt. Siegfried Moses. Clmrlottenburg. Von unserer Tätigkeit in den Ferien ist nicht viel zu sagen. Am 2l. März fand die Hochzeit unseres A. FI. L. Fuchs mit unserer Bundesschwester Helene Paradies statt. Der Verein war eingeladen und wurde durch die Bbr. Bbr. Juliusburger, Michel, Sommer vertreten. Die Sorge um eine neue Kneipe, die neben der Bezahlung von Schulden und Eintreibung von Geldern die Hauptaufgabe der Ferienkommission bildete, ist beseitigt, da unser jetziger Wirt uns mitteilte, dass wir noch wohnen bleiben können. Die Keiltätigkeit konnte noch nicht einsetzen, da noch keine Immatrikulationen stattfanden. Wir hoffen aber, dass wir eine Verstärkung unserer Aktivitas, die momentan aus 3 Füxen besteht, durch Ueberweisung von Bbr. Bbr. ebenfalls erfahren. Persönliches: Bbr. Michel ist im Yorexamen. A. H. Steinberg (Mannheim) hat sich mit Frl. Else Schönfeld (Strassburg i. E.) verlobt. Pick. Breslau. Während der Ferien sind wir jeden Montag abend im Residenz-Cafe. Ausserdem fanden Bierabende und Dämmerschoppen statt, die eine stattliche Anzahl von Bbr. Bbr. beisammen sahen. Leider blieben die erwarteten Keilfüxe oft aus. Bis jetzt haben sich drei Breslauer aktiv gemeldet, zwei weitere Breslauer hoffen wir noch zu überreden. Die Keilarbeit und die ganze übrige, vor allem Wohnungssuche und -miete, lagen in den Händen