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Der jüdische Student · 1909-04-22 · Heft 1 (22.4.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 1 (22.4.1909)
Date
1909-04-22
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student. 9 „Sie will das letzte Glied einer Ketfc von Bewegungen ünd Versuchen sein, das studentische Ldlen in neue Bahnen zu lenken und moderne Anschauungen auch in der Studentenschaft eifriger zu verbreiten. Sie will das-Verständnis für die freiheitliche Entwicklung fördern. Ihrum regt sie auch den Austausch politischer Erfahrungen an". Der Kyffhäuserverband, der es sdt 1907 von 2G auf 28 V. D. St.-en gebracht hat, war in den letz&n Monaten ziemlich rege. Abgesehen von einer grossen internen Versammlung, bei der die TJudenfrage" auf der Tagesordnung stand, abgesehen auch von einer kürzlich von ihm herausgegebenen Schrift „Auf Deutschlands hohen Schulen", die sich mit =fcn Korporationsverhältnissen und speziell natürlich mit den nafbnalen Vereinen an den einzelnen Hochschulen befasst, dürfte gSe Gründung eines zweiten Vereines studierender Frauen an der Berliner Universität unter dem Namen: „Deutsch - Akademischer Frauenbund" (mit ausgesprochen ,,nationaler" Tendenz) auf seine Rechnung zu schreiben sein. Wenn man von solchen akaekmischen Frauenvereinen hört, muss man nur immer lebhaft bedauern, dass die jüdische weibliche Jugend auf den Hochschulen sich noch nicht zu gemeinsamer kräftiger Tätigkeit in jüdischem Sinne zusammengefunden hat. — Auch sonst greift der akademische Antisemitismus weiter um sich. So melden die M. A. (NTo. 10): „Ein neuer antisemitischer Verband ist jetzt in dem „Stolbsiger Abgeordneten- Konvent" erstanden. Er hat das arische Prinzip" in seine Satzungen aufgenommen. Ihm gehören drei Vereint an: Saxonia-Halle, Holsatia-Berlin und Zittavia-Leipzig.'*' Dem Berichterstatter der Mitteilungen ist diese Registrierung jedenfalls sehr schwer geworden; sd wie ea* es sich auch nicht versagen kann, den V. D. St.en einen versteckten Vorwurf daraus zu . machen, dass sie antisemitische Kandidaten unterstützen. . Ais ob das" nicht ganz selbstverständlich wäre! loricht freilich bleibt die Aufregung der Akad. Blätter über die Gkssener Finkenschaft, die Beiträge für die Wahl des freisinnigen Pierrers Korell gesammelt haben soll. Auch dabei ist nichts zu finden. — Dieselbe Nummer der M. A. bringt no'jh in einer Sichtigen Uebersicht über die jüdischen Korporationen Tatsachen, die uns ja bekannt sind. Höchstens dürfte es vielleicht manchem noch unbekannt sein, dass je eine jüdische Korporation an den technischen Hochschulen in Darmstadt und Karlsruhe begeht — „Die im K. C. vereinigten Studentenverbindungen (Bavaria-Heidelberg, Thuringia-Breslau, Sprevia-Berlin, Licam^München,Rheno-Silesia-Bonn, Ghibellinia-Freiburg und Viadrina-Daamsradt) haben ihren Tendeivzparagraphenin folgender Weise festgelegt „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutsch-vaterlärfischer Gesinnungen. Sie haben den Zweck, den Kampf gegen ckn Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erzidkmg ihrer Mitglieder zu selbstbewussten Juden zu fördern, die im ifewusstsein, dass die

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