Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 9 (16.12.1908)
- Date
- 1908-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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1S6 Der jüdische Student. schaffen, aul der ein wirklicher Y. J. St. aufgebaut werden kann. Wenn wir die guten Elemente im Elsass gewinnen wollen, -und die sind in genügender Zahl vorhanden, dann mussten zuerst Leute aus dem Verein heraus, die jeden anständigen Menschen abgeschreckt hätten. Vor allem aber ist eines nötig um in nächster Zeit hier etwas zu erreichen: Die kräftigste Unterstützung aus dem B. J. C. Es trifft sich ja gut, dass Freiburg im nächsten Semester keine Ueberweisungen wünscht; wer also dorthin gehen wollte, den hindert nichts, in Strassburg zu studieren und damit dem B. J. C. den grössten Dienst zu leisten. Denn das steht auch heute noch fest: Die grösste und schwierigste aber auch die verdienstvollste Arbeit kann für die jüdische Sache im Elsass getan werden. Und ist auch der erste Versuch, den Y. J. St. Strassburg auf die Höhe zu bringen, nicht gleich von dauerndem Erfolg gewesen, so muss man eben den Versuch fortsetzen, und ich bin der festen Hoffnung, es wird schliesslich doch gelingen. Das Vereinsleben geht seinen geordneten Gang. Den Glanzpunkt bildet der Jesajah-Kurs unseres A. H. h. c. Dr. Grombacher, der ein Mal wöchentlich stattfindet. Ferner haben wir einen Cyklus von Referaten über die 8 Kongresse eingeführt. .Jede Woche stattet ein Bundesbruder Bericht ab über alles in jüdischer Hinsicht Interessante aus der Presse. Fechten können wir wegen der Kosten von Licht und Heizung nur zwei Mal in der Woche. Offiziös nehmen wir noch an den regelmässigen Vorträgen des Jüdisch-litterarischen Frauenvereins über die gesamte jüdische Geschichte teil. Diese Woche lud der Rektor alle Korporationen zu einer Besprechung ein über die Gründung eines Ausschusses. Nach den Vorgängen bei den früheren Versuchen einer Ausschussbildung mussten wir es ablehnen, uns vorerst irgend wie zu beteiligen. Eine Chargenforderung, die wir Herrn Falk, O. V. G. beim K. C., übersandten, wurde vom E. G. abgelehnt. N u s s b a u m. arbeitsamt. Königsberg. Der V. J. St. Königsberg eröffnete mit dem Antrittskonvent vom 1. November sein 11. Semester. Die Chargenwahl hatte folgendes Ergebnis: med. Ivan Weissbrem, med. Moritz Landau, med. dent. Hany Epstein K. W., jur. Eugen Enoch F. W. Die Antrittskneipe nahm einen überaus glänzenden Verlauf.