Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1908-12-16 · Heft 9 (16.12.1908) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 9 (16.12.1908)
Date
1908-12-16
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537654-3537661--1041-3539195
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Der jüdische Student. 185 Bbr. J. A. Wolff Cobliner liess sich wieder zu uns überweisen. In den A. C. aufgenommen wurde stud. rer. techn. Marcel Diamant aus Beuthen. Briefe sind zu richten an unsere Kneipe Charlottenburg, Berlinerstr. 42, bei Glieneke. Erich Mendelsohn X. Strassburg. Bekanntlich stand es im vorigen Semester in Strassburg um das Vereinsleben besser als in den meisten K. V. K. V. Durch den starken Zuzug von auswärtigen, zielbewusten Bundesbrüdern war eine Mehrheit vorhanden, gegen weiche die widerstrebenden Elemente nicht aufkommen konnten. Da aber Bär mit dreien seiner Anhänger Strassburg verliess, glaubten die Leute, denen der frühere Zustand mit den Ehrensätzen, den Resolutionen und den endlosen Konventen stets als geheimes Ideal vorgeschwebt hatte, ihre Zeit wieler gekommen. In den Ferien besannen sie sich darauf, dass sie sich von der „neuen Richtung" weit genug hätten hinreissen lassen, und dass eine kräftige Reaktion geböten sei. Man schickte daher gleich auf dem Antrittskonvente den I. A. Marcel Meyer mit dem Antrag vor, die über Aronsohn am Ende des vorigen Semesters verhängte Dimissionsstrafe aufzuheben; die Strafe war fast einstimmig beschlossen worden, neue Tatsachen lagen nicht vor. Der Antrag Marcell Mayers ging trotz des entschiedenen Widerstandes von Nussbaum, Edgar Weill und Ludwig Mayer durch, am nächsten Abend stiess man in Anbetracht der Konsequenzen den gefassten Beschluss einstimmig wieder um, die Dimission Aronsohns blieb also bestehen. Allein der Antrittskonvent hatte deutlich gezeigt, dass mit einem Teil der Bundesbrüder ein gedeihliches Weiterarbeiten unmöglich war. Vor allem musste Alfred Meyer aus dem Verein entfernt werden da sein* ganzer Charakter ihn als Bundesbruder unmöglich machte; er erhielt daher den Rat zum Austritt. Die anderen, die nicht in den Verein gehörten, traten von selbst aus, ohne dass es sich verhindern liess, dass einige gegen unseren Wunsch mit ihnen gingen. Wir hätten einen oder den anderen von ihnen gern behalten, nicht etwa, weil sie an der B. J. C.-er Sache mit Liebe und Verständnis hingen, sondern deswegen, weil sie persönlich anständige Leute waren. Ausgeschieden sind: Alfred Mayer, Marcel Mayer, Schwab, Robert Lewy, Robert Weill, Eohlen. Obwohl der Verlust von so vielen Mitgliedern innerhalb der beiden letzten Semester die Aktionsfähigkeit des Vereins vorübergehend vermindert, bedauern wir doch keinen Augenblick unser Vorgehen. Jsur so liess sich eine Grundlage

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.