Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 9 (16.12.1908)
- Date
- 1908-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 179 Der Streit zwischen dem V. J. St.-Freiburg und der K. (.'.-Verbindung Ghibellinia. (Nach einem Bericht von Bbr. Danziger.) Zwischen dem K C. und dem Freiburger V. j. St. bestand schon seit längerer Zeit eine Spannung. Der Konkurrenzneid der beiden Korporationen und das oft provokatorische Auftreten der Ghibellinia hatte den V. J. St. derart erbittert, dass er es mit der Ghibellinia durchaus „zum Klappen kommen lassen" wollte. Eine Verabredung im offiziellen Cafe des K. C. zwecks Festsetzung eines Mensurtermins wurde vom Fechtwart des V. J. St. in einem falschen Cafe erwartet. Darauf ein provoeierender Brief des V. j. St. an die Ghibellinia, diese verlangt nach der Aufklärung des Irrtums eine Interpretation des Brieftons, dies wird verweigert, es erfolgt eine Sechserlorderung, die das F. G. genehmigte. Die Parteien sollten am 2. XII. steigen Am 28. XL beschloss der Konvent des Berliner V. J. St., das Bundespräsidium zu ersuchen, die Austragung der Mensuren zu verhindern. Das Präsidium, das erst jetzt zum ersten Mal von den Ereignissen erfuhr, beschloss selbst einzugreifen. Es wandte sich mit folgendem Brief an die Ghibellinia: An die verehrliche Verbindung im K. C. Ghibellinia. Fr ei bürg. Sehr geehrte Herren Kommillitonen! Wir erfahren, dass zwischen Ihnen und unserem Kartell- Verein, dem V. J. St.-Freiburg, ernste Differenzen entstanden sind, welche zu einer Forderung geführt haben. Wir sind der Meinung, dass der rein studentische Austrag der Angelegenheit eine schwere Schädigung der jüdischen Sache mit sich bringen würde, und auch in Kreisen, die dem K. C. und B. J. C. durchaus sympathisch gegenüberstehen, lebhaftes Befremden, wenn nicht Entrüstung hervorrufen wurde. Wir sind der festen Zuversicht, dass auch Sie im Prinzip unseren Standpunkt teilen, und dass Sie eine friedliche Erledigung, welche alle Teile befriedigt, nicht ungern sehen werden. Wir wissen zwar, dass bei Ihnen sowohl wie bei unserem K. V. die spontane Initiative zu einem solchen Ausgleich dem Widerstand eines gewissen studentisch-korporativen Gefühls begegnen wird: Wir hoffen aber, dass die Bemühungen der beiden mit Vollmacht des Präsidiums nach Freiburg reisenden Herren, .des l lerrn Referendar Felix Rosenblüth und des Herrn cand. med. Felix Danziger, den wünschenswerten Erfolg haben werden. Wir bemerken ausdrücklich, dass erst jetzt, gleichzeitig mit Ihnen, unser K. V. von diesem Vorgehen des unterzeichneten Bündespräsidiums benachrichtigt wird, welches der Absicht entspringt, der jüdischen Sache einen schweren Schaden zu ersparen. Mit jüdisch-studentischem Grusse Das Präsidium des Bundes jüdischer Corporationen. Dr. Rosenkranz, 1. Vors.