Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1909)
- Date
- 1909-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3537599-3537654-3537664--1119-3539140- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der 3üdifdie Student JHonatefärcift 5es Sitnbes Jübi^er Korporationen 5. Jabvg. Berlin, jp. Iliär3 ]QQQ. Ho. J2. Bericht des Präsidiums über die neue Affäre V. J. St.Freiburg-Ghibellinia. Zwischen dem V. J. St. Freiburg und der K. C. Verbindung Ghibellinia ist es, nachdem wir erst im November die Austragung eines Ehrenhandels gewaltsam unterdrückt haben, nun doch bald wieder zu ernsthaften Differenzen gekommen. Bei der Wichtigkeit, die diese Affaire nicht nur an sich, sondern vor allem für unser zukünftiges Verhältnis zum K. C. hat — sie kann möglicherweise der Ausgangspunkt eines offenen Kampfes gegen den K. C. werden — halten wir es für n >twendig, den Bundesbriidern den bisherigen Verlauf der Affaire ausführlich darzustellen. Bbr. Leo Landau hing gegen einen Ghibellinen Meyer und schob die Austragung der Partie bis nach Beendigung seines Examens hinaus. Nach bestandenem Examen aber veiiiess Landau aus privaten Gründen bald Freiburg, ohne gegen Meyer angetreten zu sein. Er verlangte dann, wozu er als Geforderter formeil das Recht hatte, dass Meyer ihm zur Austragung der Partie nach Berlin, seinem nunmehrigen Aufenthaltsorte, nachziehe. Die Ghibellinia verlangte, dass Landau in Freiburg, dem Orte des E. G,7 antrete. * Während der noch schwebenden mündlichen Verhandlungen erklärte plötzlich die Ghibellinia den V. J. St. Freiburg in schweren Waffenverruf, ,,cla er durch sein Verhalten das kneiferische Benehmen Landaus unterstützt hätte' Der V. J. St. Freiburg wandte sich nunmehr telegraphisch an das Präsidium, machte von den Vorgängen in Freiburg Mitteilung und bat um Absendimg Zwirns nach Freiburg. (11. Februar.) Da es erst am 12. Februar nachmittags möglich war, die Präsidialmitgiieder bei Rosenkranz zu vereinigen, und Rosenkranz sich nicht selbständig entscheiden wollte, konnte erst am 12. t abends dem V. J. St. Freiburg die nochmals telephonisch gewünschte Anweisung gegeben werden. Mit allgemeiner Zustimmung des Präsidiums wurde telephonisch folgender Antwortbrief an die Ghibellinia diktiert: An die Verbindung im K. C. Ghibellinia, Freiburg. ,,Nach allem Vorhergegangenen betrachten wir Ihre mitten im Verlaufe von Verhandlungen entgegen allen unter anständigen Korporationen üblichen Gepflogenheiten erfolgte Verrufserklärung als Zeichen unanständiger Gesinnung und elender Feigheit". Der V. J. St Freiburg.