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Der jüdische Student · 1908-11-25 · Heft 7-8 (25.11.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 7-8 (25.11.1908)
Date
1908-11-25
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Der jüdische Student. 149 als es zu spät war, „zum Kadi nach Berlin gegangen14. Warum nicht damals? — Was Landau und seine Freunde taten, stellt sich als ein viel, viel schlimmeres Verbrechen als Krmskis Weigerung dar. Alte Inaktive zerren eine schmutzige B. C-Angelegenheit vor die Füchse, denen man Begeisterung, Ideale erwecken will. Die Füchse kennen die Ereignisse des vergangenen Semesters, die Entstehungsgeschichte des Zankes nicht; sie sind Landau und Benenson persönlich verbunden So hat man eher Hoffnung auf eine Majorität: Und als man den Verein nicht mit (iewalt zwingen konnte, eine Ungerechtigkeit zu tun, die Autorität seiner Institutionen zu untergraben und aller Disziplin zu spotten, da griff man zu einem Mittel, das man im Leben der Völker Staatsverbrechen nennt. Die Inszenierung dieses Massenaustritis ist ein Beweis des krassesten Egoismus, einer unglaublichen Disziplinlosigkeit. Mein Vorwurf trifft die Führer der Bewegung, die die Verantwortlichkeit ihrer Mandlungsweise kannten: ihr Austritt sollte dem Verein aus Leben. Was 10 Semester mühsam aufgebaut hatten, wollten sie in einer Stunde des Hasses nieder! eissen. Man vergleiche nun Landaus Schuld und Krinskis Schuld! Und bedenke ferner, dass die Sezession sich geradezu bemühte, den Riss v«r der Oeneutliclikui" zu dokumentieren. So ist unser bisheriges Ansehen in Freiburg geschwunden! Der Verein hat damals getan, was er tun mus ie. Fr hat die Austrittsgesuche genehmigt, der Mehrzahl die Rückkehr freigestellt und gerecht Kriuski und Rosenthai den Rat zum Austritt gegeben, dem diese folgten. Nun hatten die \7 Leute, die blieben, Ruhe und Kraft und Freude zur Arbeit, Sie hätten es vermocht, den Verein in Ehren zu halten. Und die verirrten Schafe hätten sich zur Herde zurückgefunden. Da kam Zw irn. Er wollte das Reste, sah sich die Sache genau an und sagte: ,,Hier stehen sich zwei Parteien gegenüber, die gleich schwer gefrevelt haben: Die ,.Herren vom V. J. St." und die Sezession. Ich glaube, die Sezession ist v ertvoller, also mag sie ihren Willen haben: Krinski muss draussenbleiben. ' Ueber das Mass der Schuld habe ich schon gesprochen. Zwirn niusste sich sagen, dass nun alle die, welche trotz der Sezession mit aller Kraft den Verein hatten halten wollen, wie dumme Jungen düpiert waren, dass sie gehen inussten. Fr hat trotzdem seine Rechnung beibehalten, nur, weil er meinte, die Sezession ist wertvoller. Damit steht und fällt seine Entscheidung. Und sie muss fallen: Zwirn, der in drei Tagen sich die Leute ansehen konnte, hat die Meinung aller derer gegen sich, welche die in Freibung Beteiligten aus semesterlanger Erfahrung kennen. Auf dem K. T. werden die Urteile zu hören sein. Eines ist jedenfalls klar: gegangen sind die ruhigen, sesshaften Elemente, die das Schiff im Sturm halten; geblieben sind uns die Auf rührer. Nur eins noch: wir wollen uns hüten, zu glauben, hier hätten sich Zionisten und Niehtzionisten gegenübergestanden, Makkabäertum und Liberalismus, wie man jetzt modern sagt. Der Zionismus ist zu gross und zti rein, als dass wir ihn bei diesem rein persönlichen Zank hineinziehen lassen dürfen.

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