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Der jüdische Student · 1908-11-25 · Heft 7-8 (25.11.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 7-8 (25.11.1908)
Date
1908-11-25
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student. 137 das mangelhafte jüdische Leben in diesen Ländern, das sich nur alle zwei Jahre in tönenden Worten auf dem Kongress kundgebe. In Deutschland haben die erst seit einigen Jahren bestehenden im K, Z. V. vereinigten zionistischen Studentenverbindungen unter einer für den Zionismus unfruchtbareren Bevölkerung zu leiden als in Oesterreich. Sie ersetzen aber diese natürliche Ungunst durch grosse Rührigkeit und machen, wie bekannt, durch solche dem B. J. C. grosse Konkurrenz. Wo irgend ein paar K. Z. Wer zufällig beisammen sind, da wird eine zionistische Keilkneipe veranstaltet. So wird mir aus Posen geschrieben: Neulich haben drei in den Ferien hier weilende IC Z. W-er Füchse eine wohlgelungene Keilkneipe für Gymnasiasten veranstaltet, zu welcher K. Z. W-er aus München und Greifswald hierher kamen. Posen ist Stammburg des K. C. Warum haben es wohl bisher die eingesessenen Posener V. J. St.-er, deren es doch eine ganze Anzahl gibt, an jeder gleichartigen Bearbeitung des sehr fruchtbaren Feldes fehlen lassen? Ueber Veränderungen unter den antisemischen Studentenverbänden berichten die M. A.: Die Akademischen Blättert nicht die des Kyffhäuserverbandes der Vereine deutscher Studenten, sondern das Organ der sichenbürgisch-sächsischen Hochschüler, haben nach zwölfjährigem Bestehen ihr Erscheinen eingestellt (Nr. 37) und: Ein neuer S t u d e n t e n - V e r b a n d mit a n t i s e m i t i - s c h e n T c n d e n z e n ist, wie jetzt bekannt wird, in den Huudstageu in F r a u k f u r t a. M. gegründet worden. Fs harten sich dort die Vertreter von verschiedenen, nicht farbentragenden studentischen Korporationen Deutschlands zusammengefunden, um über die (irünehing eines Verbandes zu beraten. Die (iründung wurde beschlossen und zwar unter dem Namen „Schwarzer V e r b a n d" (S. V.). Mitglieder der Verbandsvereine können nur Studenten „arischer Abstammung" w erden. Bisher haben sich dem Verbände sieben Korporationen angeschlossen, und zwar Askania-Berlin, Fridericiana - Berlin, Friderieiana - Leipzig, Thuringia - Halle, Chattia - (iiessen, Normannia-Bonu und Apollo-München. Der offizielle Antisemitismus hat wieder einen „Fall" gezeitigt: den Fall Schücking IL In dem Freussen der konservativ-liberalen Paarung wird sowohl der Liberalismus (s. Fall Schücking 1) wie der Philosemitismus bestraft. (Diese beiden Begriffe haben sich einst gedeckt.) Prof. Schücking stellt seinen Zusammenstoss mit dem preussischen Unterrichtsministerium im B. T. vom 16. Oktober (Nr. 529) in einem Artikel „In eigener Sache" dar. Wir heben aus diesem Artikel folgendes heraus: Im Frühjahr 1907 hatte sich ein Unwetter über meinem Haupte zusammengezogen. Monate vorher war ein j ü s c h e r R e c h t s k a n d i d a t, den ich mehrere Semester unterrichtet und im Referendarexamen geprüft hatte, bei mir gewesen und hatte mir geklagt, dass ihm von fünf Oberlandesgerichtspräsidenten ohne triftigen Grund, offenbar seines Judentums wegen, die Anstellung als Referendar versagt war. Ich hatte ihm zu einer Eingabe an den

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