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Der jüdische Student · 1909-02-24 · Heft 11 (24.2.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 11 (24.2.1909)
Date
1909-02-24
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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240 Der jüdische Student. immer, der Zionismus sollte als Ferment wirken. Doch was geschah nach jenem Meisterstück? Niemals gab es so viel Stille, Oede als in diesen beiden Jahren seit dem Kongress. Von den Vorteilen der Umwälzung in der Türkei wissen wir nichts. Agitation und Erfolge gab es nicht. Was Wunder, dass man sich zu tun macht. Man schimpft auf Nordau und Marmorek und ist legitimiert — der Misrachi besinnt sich auf sich selbst und wünscht selbständig zu werden. Sieht gar nicht, dass er mit seinen in Marburg annoncierten Forderungen sich gegen den ganzen Sinn des Zionismus versündigt. In Breslau gab man dem tiefgefühlten Bedürfnis Ausdruck, zusammenzugehen, es nicht mit allen zu verderben. Einige ganz grosse Dauerleuchten schon seit Herzl's Tagen fanden die allumspannende Allgemeine Jüdische Kolonisations-Gesellschaft — die Notabein. Das ist das Ergebnis. Die Marburger Resolution ist ein Zeichen, das den Zionisten bedeuten sollte, dass die Sucht nach Kompromissen ihr Tod ist, dass ihre ,,praktische Arbeit" lächerlich ist; dass sie um ihretwillen den Zionismus verfälschen. Wie sagte Marmorek auf dem letzten Kongress? Wenn es so fortgeht, sind wir in einigen Jahren eine Kolonisations-Gesellschaft, wie andere auch — bloss unbedeutender. Ich glaube, dass wir Jungen vor allem über diese Dinge ins Klare kommen müssen, dass es für uns nichts anderes gibt, als den politischen Zionismus, dem Reinlichkeit und Einheitlichkeit alles bedeuten. Bericht des Arbeitsamtes auf dem 8. Kartelltage. In der Erwartung, dass die bisherige Entwicklung des Arbeitsamtes und die Pläne für die zukünftige Organisation einiges Interesse im B. J. C. finden dürften, gebe ich meinen Kartelltagsbericht hier in Kürze wieder. Entsprechend dem Beschlüsse des 7. Kartelltages eröffnete das Präsidium eine Arbeitsvermittelung unter der Leitung von Dr. Martin Friedländer unter den Angehörigen des B. J. C, indem es die einlaufenden Stellenangebote und -Nachfragen allmonatlich im Jüdischen Studenten veröffentlichte. Auf Antrag der Zionistischer? Vereinigung für Deutschland wurde nach längeren mündlichen und schriftlichen Verhandlungen im Laufe des Sommers eine Erweiterung unserer Einrichtung dahin geplant, dass das Arbeitsamt nicht nur V. J. Stern, sondern allen, wenn auch vorzugsweise gesinnungsgenössischen, jüdischen Akademikern zu gute kommen sollte. Die Grundzüge der geplanten Organisation sind in dem Schreiben der Zionistischen Vereinigung vom 1. Aug. 08 folgendermassen dargestellt: „Das Arbeitsamt ist eine selbstständige Institution des

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