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Der jüdische Student · 1909-02-24 · Heft 11 (24.2.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 11 (24.2.1909)
Date
1909-02-24
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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236 Der jüdische Student. An die deutschen Studenten in Prag wurde aber folgendes Telegramm gerichtet: „Die am 6. Dezember in der Philharmonie mit ihren Lehrern versammelten über 2000 Studenten der Hochschulen Berlins begrüssen ihre Brüder in Prag Mit Schmerz und Zorn haben wir von der Schmach gehört, die man den Studenten der ältesten deutschen Universität anzutun wagte, \vei;I sie ihr Deutschtum festhalten. Ueber Berge und Ströme, über die politischen Grenzen rufen wir Euch zu, dass wir mit Euch fühlen, dass wir zu Euch halten, dass wir eins sind mit Euch in der Empörung, eins aber auch in dem Willen, uns nicht beugen zu lassen und aufrecht zu kämpfen für die- Idee des deutschen Studententums." Dass unser Standpunkt von dem der M. A. erheblich abweicht, bedarf keiner Erwähnung. In Prag stellen sich, so führt sehr richtig die Jüdische Presse" (Nr. 50) aus, die jüdischen Studenten in den Dienst des Deutschtums gegen die Tschechen, in Wien wurden sie von den deutschnationalen geprügelt. Dass das radauantisemitische „Bayerische Vaterland" (Nr. 28) den grösseren Teil der Schuld den scg. deutschen Studenten zuspricht, die es sich nicht geniert, mit den Kosenamen „Lausbuben"1, unreife „dumme Jungen" zu belegen, ist immerhin interessant. Wer gibt die Lösung an? Sehr einfach: „Von den an der medizinischen Fakultät der Prager Universität Inskribierten sind 70 pCt. jüdischer Konfession" (dieser originelle Witz natürlich vom Bayer. Vtld.) Aber richtig ist die Charakterisierung doch und doppelt angebracht, wenn man die folgende Meldung des B. T. vom 30. XI. 08 liest: Die „Freie wissenschaftliche Vereinigung" teilt uns. mit, dass bei den Prager Exzessen nicht ihr Vorsitzender, sondern einer seiner Begleiter durch einen Stockhieb verwundet worden sei. D e m V ersitzenden, Kandidat e *n L' o e, - wcnthal, w u r d e nur ins O e; s i c h;t geispuck U Inwiefern die Ansicht der „Jüdischen Presse" (Nr. 50), in W i e n gehe die Provokation von den Juden aus, der Bummel sei nicht nötig etc., durch das im vorigen Heft (S. 214) veröffentlichte Schreiben der Unitas widerlegt oder berichtigt wird, vermag ich nicht zu sagen. Die folgenden Zahlen entnehme ich den M. A. vom 23. Dezember. In Wien ist eine österreichische Universitätsstatistik erschienen, die die Verhältnisse vom Jahre 1863/64 bis 1902/03 behandelt. Auch die Konfessionen der Studierenden wurden einer Betrachtung unterzogen. Danach waren von den österreichischen Studenten im Jahre 1862/63 nicht weniger als 83,6 pCt. Katholiken, ll,2pCt. Juden und 5,2 pCt.anderen Bekenntnisses; im Jahre 1883/84 waren 73,6 pCt. Katholiken, 39,9 pCt, Juden und 6,5 anderen Bekenntnisses; im Jahre 1902/03 gab es neben 76,2 pCt. Katholiken 16,4 pCt. Juden und 7,4 pCt. Anhänger anderer Bekenntnisse. Die Zahl

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