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Der jüdische Student · 1909-02-24 · Heft 11 (24.2.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 11 (24.2.1909)
Date
1909-02-24
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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220 Die unter dem obigen Titel seit l1^ Jahren im J. St, erscheinenden Zusammenfassungen möglichst aller Ereignisse aus dem jüdischakademischen Leben haben seit einigen Monaten in der „Akademischen Rundschau44, die die M. A. von nun an alle 4- 5 Wochen bringen, recht starke Konkurrenz erfahren. Deren können wir uns gewiss im Interesse der Sache freuen. Natürlich sind die in den M. A. mitgeteilten Tatsachen entsprechend den Zielen dieses Blattes in erster Reihe oder wohl ausschliesslich antisemitischen Inhalts; aber man weiss ja, wie wichtig die Registrierung auch dieser Daten ist, wenn sie auch für uns nur einen Teil des Wissenswerten ausmachen. Ich werde künftighin, um Zeit und Raum zu sparen, die Berichte der Ak. Rdsch. hier einfach, nach Materien geordnet, zum Abdruck bringen; \vc es notwendig erscheint, sollen ein paar kurze Bemerkungen unseren Standpunkt der betr. Angelegenheit gegenüber kennzeichnen. Das Folgende ist den M. A. vom 23. Dezember 08 entnommen. ,,Das alte traurige Bild parteipolitischer Zerklüftung zeigtjn, wie immer, auch in diesem Jahre die W a h 1 e n z u rn D i r e k - t o r i u m der Akademischen Lese h a 11 e an der Berliner Universität. Kandidaten hatten zunächst aufgestellt der antisemitische V. D, St. mit seinem Klüngel, sc sich „n a t i - o n a 1 e" Partei nennt. Ihm hatte sich auch die unter der Leitung des neuphilologischen Vereins stehende bisherige „Freie Deutsche Partei" angeschlossen. Der neuphiiologisehe Verein, der früher als moderne Korporation galt, ist jetzt antisemitisch geworden, er gehört bereits auch dem antisemitischen deutschen Verbaride an. Ferner kandidierten die katholisch e n Vereine und die liberale ,,F r e i e V e r walt u n g s p a r t e i", die alle parteipolitischen Gegensätze aus der Lesehalle entfernen will. Da nun, nachdem die Immatrikulation den Frauen gestattet ist, auch Studentinnen ihr Wahlrecht ausüben konnten, setzte die Freie Verwaltungspartei auch eine Studentin auf ihre Kandidatenliste. Darob waren die „Nationalen4" im bisherigen Direktorium sehr erbittert und interpretierten einen Paragraphen der Geschäftsordnung dahin, dass der Dame das passive Wahlrecht genommen wurde. Sie musste daher von der Liste gestrichen werden. Von neuem trat wieder die „F reie W i s s e n - s c h a f t I i c he V e r e i n i g u n g44 auf den Plan, die seit einigen Jahren sich von den Kämpfen zurückgezogen hatte. Weiterhin nominierten noch die ,,J ü d i s c h e n K o r p o r a t i o - n e n" Kandidaten. Die „nationale" Partei arbeitete wieder mit einem besonderen Trick. Sie stellte vier Herren auf, die angeblich zur „nationalen Finkenschaft44 gehören sollen. Zunächst gibt es in ganz Deutschland keine „nationale" Finkenschaft, sondern nur an den einzelnen Hochschulen eine Finkenschaft schlechthin, die selbstverständlich auf nationalem Boden steht. Hinzti kommt aber nun noch, dass es an der Ber-

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