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Der jüdische Student · 1908-04-17 · Heft 1 (17.4.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 1 (17.4.1908)
Date
1908-04-17
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Der jüdische Student. 19 Man soll den Kindern auch eine jüdisch-religiöse Ueberzeugung mit ins Leben zu geben suchen. Der innere Friede, den diese schafft, wird sie lehren, den vielen Widrigkeiten und bösen Zufällen, an denen gerade das Bauernleben so reich ist, mit mehr Seelenruhe gegenüber zu stehen, mit der steten, mit unablässiger, fröhlicher Arbeit gepaarten Hoffnung auf bessere Zeiten. — Es bleibt uns zur Erreichung dieses Zieles bei dem derzeitigen Mangel an jüdischen Bauern, denen die Erziehung anvertraut werden könnte, nur der Weg der Erziehungsanstalten. Diese Anstalten müssten den Charakter von Bauerngütern haben, auf welchen die Zöglinge — Knaben und Mädchen — frühzeitig zu regelmässiger Arbeit und damit zum Pflichtbewusstsein angehalten werden. Genaue Lehrpläne wären von tüchtigen Pädagogen auszuarbeiten. Die Ahlemer Anstalt und das Lehrgut des Vereins zur Förderung der Bodenkultur bilden bei uns in Deutschland schon vielversprechende Anfänge einer derartigen Entwicklung; sie müssten unter allseitiger Beteiligung weiter ausgebaut werden. Für die Verbreitung der Bodenkultur-Idee müsste unter den Juden Westeuropas unablässig gearbeitet werden. Die so ausgebildeten Bauern wären dann, gemäss den sehr beachtenswerten Plänen des Vereins zur Förderung der Bodenkultur, in geschlossenen Kolonien anzusiedeln, wo sie im stände sind, von Anfeindungen wenig berührt, ihrer jüdischen Eigenart gemäss zu leben, — oder sie wären hinüberzufahren ins geheiligte Land der Väter, um dort mitzuhelfen, dass für unser leidgeprüftes Volk wieder eine Heimstätte geschaffen wird, die als wichtigstes Element eine ackerbautreibende Bevölkerung besitzt, die fröhlich und ohne übertriebene Ansprüche an das Leben mitarbeitet an der Gesundung des gesamten jüdischen Volkes. Liebe Bundesbrüder! Sämtliche Inaktiven werden uns jetzt verlassen; wir eröffnen das kommende Sommersemester mit einem Bestand von 3 aktiven Burschen; diesen 3 Burschen stehen bis jetzt 7 Füxe gegenüber. Wir brauchen euch nicht auseinanderzusetzen, dass ohne eine genügende Anzahl von Burschen ein V. J. St. nicht lebt, sondern nur vegetiert. So wären wir also im nächsten Semester zum Vegetieren gezwungen und könnten den Erfolg des Semesters für uns und den B. J. C. heute schon in den Kamin schreiben. Darum, liebe Bbr., wenden wir uns an Euch, insbesondere an die aktiven Burschen. Aus der letzten Nr. des J. St. geht hervor, dass zwar an alle anderen V. J. St. en ältere Bbr. überwiesen wurden, nur München ist leer ausgegangen. Wir bitten also namentlich ältere Bbr. (aktive und inaktive Burschen) dringend, nach München zu kommen; denn es ist uns unmöglich zu keilen, wenn wir keine Burschen haben, die die Füxe in unserem Sinne beeinflussen. Der V. J. St.-München war von jeher eine der besten Keilstationen, wie auch die Semesterberichte klar beweisen. Wenn euch

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