Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 12 (17.3.1908)
- Date
- 1908-03-17
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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318 Der jüdische Student. kenntnis, die einmal gewonnen ist, als unverlierbares Besitztum ansehen, das sind Wege, die zur Beherrschung und Belebung des Stoffes führen. Es sind die ewigen Gesetze des Studiums, die die Lehrer des Talmud verkündet haben. Mögen ihre Mahnungen die Beachtung finden, die ihnen gebührt! In der schweren Stunde des Examens und später, wenn sie eines klaren, sicheren Wissens sich erfreuen, werden dann die Vereinsbrüder unseren alten Weisen danken. Jug endor ganisati on en. Auszug aus dem Referat vom K. T. Unter Jugendorganisationen verstehen wir Schülervereine. In diesen Vereinen sollen sich die jüdischen Schüler der Sekunda und Prima der höheren Schulen zusammenfinden, in dem Bestreben, sich in der Richtung zu betätigen, wie wir es in den V. J. St.'en tun, natürlich mit Ausschluss des Studentischen, kurz Schülervereine mit V. J. St.'er Tendenz, die selbstverständlich je nach den Umständen und Personen ein verschiedenes Aussehen haben werden. In dem einen wird mehr Gewicht auf das Turnen, in dem anderen mehr auf die Vorträge und Diskussionen gelegt werden. In Oesterreich hat beinahe jedes Gymnasium seinen Verein, in Deutschland wohl nur wenige. In Lissa haben wir den im B. J. C. wohl bekannten Turnverein, Gewuroh gedauloh, ebenso in Rawitsch, in Krotoschin eine seit vielen Jahren bestehende Vereinigung, in der im Gegensatz zu Lissa bis vor kurzem nur Vorträge gehalten wurden. Auch in Berlin bestanden zeitweise an einigen Schulen derartige Verbindungen. Fast alle diese Vereine werden geheimgehalten, nur 'der Lissaer Turnverein ist dem Direktor der Schule bekannt. Im Osten, in Posen, Westpreussen und Schlesien wird es leichter sein, derartige Vereine zu gründen, da die Juden bei der Absonderung der Polen und Deutschen schon meistens, ohne es zu wollen, isoliert und aufeinander angewiesen sind. Aber auch in den grösseren jüdischen - Centren des Westens muss man immer wieder versuchen, die jüdischen Schüler vor ihrem Abgang von der Schule für unsere Idee zu gewinnen. Welch grossen Vorteil der B. J. C. schon von den wenigen Vereinen hatte, die bisher bestanden, weiss jeder, der die Personen, die heute in den V. J. St.'en arbeiten, kennt. Bestehen erst viele solcher Vereine, so wird unsere Arbeit sehr erleichtert werden und wir werden zu manchem Zeit finden, was wir heute verhachlässgien müssen. Wir werden vorher wissen, welche Leute für uns geeignet sind. Die Ausbildung der Füchse wird schneller vor sich gehen, da die Leiter eine gewisse Vorbildung genossen haben. Auch in die Vereinsdisziplin, in die Vereinsarbeit werden sie sich schneller einfinden. Es liesse sich noch viel darüber sagen. Ich will hier jedoch nur Anregungen geben. Mögen sich die Bundesbrüder in den Ferien frisch an die Arbeit machen und in ihren Heimatsorten ihre jüngeren Brüder und Freunde mit diesen Gedanken vertraut machen, auch wohl selbst durch Vorträge und per-