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Der jüdische Student · 1908-01-01 · Heft 10 (Januar 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 10 (Januar 1908)
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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258 Der jüdische Student. Ich kehre zu der Sprache als politischem Faktor zurück: unsere jungjüdische Bewegung verläuft im Sand, wenn sie in jenes seichte, flachköpfige, aber so bequem unpolitische Kjllohjudentum hinuntersinkt. Darum eben sind wir politisch, mit all jener Umsicht, Absicht und Aussicht, m i t Gegenwartskritik und Zukunftsaufgaben. Wer könnte die körperliche Regeneration missachten? Wer sich verhehlen, dass in der Erziehung eines jungen Menschen in unserem Kreise zur moralischen und gesellschaftlichen Persönlichkeit und zur geistigen Reife gegenüber jüdischen Problemen — (whJ versuchend ja doch) — vornehme Edel werke für das kommende Judentum ruhen? Aber der einzige politische Ueberrest aus den Zeiten versunkener politischer Selbstheniichkeit des jüdischen Volkes hat unter politischen Bestrebungen sicherlich ein Anrecht mit auf die erste Stelle! Wem immer die Erkenntnis für diese Ausführungen aufgegangen ist, hat die Pflicht, sich meiner wichtigsten Gegenwartsforderung für den B. J. C. anzuschliessen: Hebräisch als Sprache. Denn es ist nicht gleichgültig, ob wir mit der für die weite Gesamtheit leider unwirksamen oder doch nur schwach weiterwirkenden Mitteln wie Geschichtskenntnis, Ansichtbildung, körperliche Renaissance und Erziehung zur Persönlichkeit, arbeiten, oder ob wir jedem Bundesbruder ein politisch-jüdisches Element auf den Weg mitgeben, das ihn und seine Interessen weit realer fesselt, als jene gewiss wertvollen intellektuellen oder grobmateriellen Dinge. Realer, was den mit Händen zu greifenden Effekt, das sichtbare äussere Symbol unsres Zusammenhanges und die politisch erzieherische Kraft betrifft. Wieviel B. I. C.er haben wir denn, die eine politisch-jüdische Energie darstellen? Sie sind zu zählen. Wir hatten kein Agens für die Masse in dieser Richtung. Wie durfte das Gegebene vernachlässigt werden, das doch gleichzeitig so vorzüglich neutralen Boden für Zionisten, Noch-nicht-Zionisten und „Gegner" des Zionismus darstellt! Den Einzelnen, Differenzierteren will ich wohl durch den Intellektualismus hindurch zum politisch-moralischen Bewusstsein hindurchführen; die Masse nicht. Vielleicht dass man ihr durch ewiges Eintrichtern die Ueberzeugurigen formen kann, die sie haben soll. Nur schade, dass der Mensch umstimmbar ist. Was einem aber durch kluge Vermiüelung in Fleisch und Blut übergegangen ist, hält unwandelbar vor. Vor der Wichtigkeit des Hebräischen haben alle Bedenken zu schwinden. Mangelt es an Geld, so muss die letzte Kraft angespannt werden, um es herbeizuschaffen. Fehlt es an Leuten, so muss man sie an allen erdenklichen Orten aufspüren. An Lehrmitteln — so muss man sich mit dem Schlechtesten behelfen! Nur so kann es zu einem Erfolge kommen« Dem törichten Gerede von der Undurchführbarkeit neuhebräischer Sprachkurse sei von vornherein die Spitze abgebrochen. Dass in jüdischen Centren wie Berlin, Königsberg, München, nicht Leute zum Unterricht erhältlich wären, das kann man vielleicht seiner

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