Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 9 (Dezember 1907)
- Date
- 1907-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537641-3537650--0757-3538834- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der jüdische Student. 239 schreiten; aber vernünftiger ist es, mit dem fait accompli von so und so viel für die gute Sache sich bereits opfernden Bbr. Bbr. vor die Versammlung zu treten. Alles Technische der Frage, Fond, Fondverwaltung, Angreifbarkeit, Gesamtorganisation, Bericht etc. sei der erfahrenen Tüchtigkeit unseres Präsidiums überlassen. Beim Nachdenken fallen einem bei der gegenwärtigen Notlage noch manche kleineren Geldquellen ein, die sich wohl ohne Schwierigkeiten öffnen Hessen. Sie entspringen alle der oben geschilderten brach liegenden Erwerbskraft Studierender, worauf wir gelegentlich der Bitte um Ausdehnung der „goldenen" Möglichkeiten aufmerksam machen. Stellen wir uns vor, wir hätten ein centrales Verwertungsamt, das die Beiträge journalistisch und belletristisch veranlagter Bbr. Bbr. (incl. der geeigneten Fuxenarbeiten) zu Gunsten des B. J. C. an die geeigneten Stellen weiterleitet. Es ist nach unseren praktischen Erfahrungen nicht unmöglich, dass diese Tätigkeit über hundert- bis hundertfünfzig Mark abwirft. Fähige Leute können ihre Amateurphotographie an aktuellen Ereignissen, berühmten Persönlichkeiten, Kunst etc. auslassen, und die Lichtbilder durch das Verwertungsamt an illustrierte Zeitschriften vermitteln. Am besten träte das Amt mit direkten Aufträgen an den einzelnen Bbr. heran, wie es bei grossen Zeitungen üblich ist. Wir leben in so und so vielen Grossstädten; da kann man bei sehr wichtigen Vorfällen gewiss zu Händen des »V. A.(< Reporterdienste tun und so die Fonds bereichern. Frischgebackene alte Herren dürften dem neuen Amte sehr wohl ihre überflüssig gewordenen Bücher überweisen. Auch das stellt einen Zuschuss dar. Und noch eins, etwas greulich Materielles. Scheuen wir uns nicht, jeder für sich, für uns wertlos gewordene Dinge zu veräussern und dem Fond ein Geschenk zu machen. Genauer sei dies nicht ausgeführt, denn hier beginnt das „Unhonorige." Darum werde die Ausführung dem Einzelnen in stiller Klause überlassen. Aber das daraus resultierende Geld — non olet! Ein leider! sei wiederum gewissenhaft beigefügt. Somit wünschen wir unserer pp. Finanzmisere das — Schlechteste! Möge sie sich begraben lassen.