Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 9 (Dezember 1907)
- Date
- 1907-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 237 vor, der Kartelltag möge einen obligatorischen Mindestbeitrag von 1 Mk. pro Semester für jeden V. J. Ster festsetzen, den die Kartellvereine pränumerando an die B. J. C.-Kasse abzuführen haben. Die Kartellvereine sollen befugt sein, durch Aufschläge etc. rechtzeitige Zahlung zu bewirken. Nehmen wir als Vorbild statt des Nationalfonds den zionistischen Parteifonds! II. Die Erlösung aus der Finanzmisere. Von Fabian (IIa). Dem vorzüglichen Vorschlag Henry Unnas betreffend die Einrichtung einer Dedikationsrubrik im „Jüdischen Studenten" lassen wir hier Erwägungen folgen, die unserer niederträchtigen Finanzmisere Sargnägel und Grabgeläute in verschwenderischer Fülle spenden sollen. Hoffentlich gelingt ihre herzlose Beerdigung mittels des bekannten Zahnes der Zeit zu aller Genugtuung. Unsere Geldkraft, an die ja so oft mit eklatantestem Erfolg appeliert worden ist, hat bei dem alles im B. J. C. Kreuchende, inclusive das Fleuchende, penetrierenden Permanenzdalles erschrekkend enge Grenzen bewiesen. Studierende können aber auch in der Tat Vernünftigermassen nur zu einer beschränkten Hergabe ihres Taschengeldes veranlasst werden. Die Anspannung der normalen Geldgebekraft bis zum Aeussersten müsste ja — psychologisch durchaus entschuldbar — bald für die Verbandsinteressen unangenehme Wirkungen reifen. Wir wissen freilich, dass Akademiker infolge ihrer gesellschaftlichen Stellung genötigt sind, fast alle in massiger Weise für sie ausnützbaren Möglichkeiten des Gelderwerbes ausser Betracht fallen zu lassen; so liegt denn auch das B. J. C.-er-Material in Hinsicht auf Einkünfte naturgemäss brach. Hier aber lassen wir unsere praktischen Erwägungen einsetzen. Zur fast einzigen Gelderwerbskraft des Studenten hat sich das als durchaus honorig — um den fachtechnischen Ausdruck zu verwerten — beurteilte Stundengeben herausgebildet. Von unseren ärmeren Kommilitonen sprechen wir bei der Verfolgung unserer Idee nicht. Aber Hessen sich denn die besser skalierten Bundesbrüder, deren metallgeprägte Monatsration sie der Notwendigkeit eines Unterrichtens überhebt, die aber genau so wie ihre minder begüterten Kollegen die nötige Zeit zu Lektionen aufbringen könnten, nicht zu der überaus idealen Aufgabe eines ganz pekuniären Materialismus heranziehen? In unseren paradoxen Scherz haben wir den Kern der Sache eingekleidet. Wir, die wir einer ernsthaften Idee dienen, haben die Pflicht, uns der modernen Art — ein leider! sei gewissenhaft beigefügt — der Umsetzung von Ideen in die