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Der jüdische Student · 1907-12-01 · Heft 9 (Dezember 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 9 (Dezember 1907)
Date
1907-12-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der jüdische Student. 231 Zur Reform. Yon Felix Banziger. Ich hatte das, was ich sagen wollte, schon geschrieben, als der Artikel von Felix Rosenblüth erschien. Und er, der sich an die Zionisten im B. J. C. wendet, findet von mir, auch einem Zionisten, Widerstand, Rosenblüth schildert das "Wesen des V. J. St., constatiert mit Genugtuung eine Majorität von Zionisten, er geisselt den schlechten Stand des B. J. C. in seiner ausgezeichneten Weise und wird auch historisch. Bis zum 5. Kartelltag kann man mit den Leistungen des B. J. C. zufrieden s.in — von da ab tiitt die Misere ein —, die V. J. Ster von heute müssen also wieder die V. J. Ster vom 5. Kartell tag werden. Die Lösung von Rosenblüth ist an und für sich überaus naiv. Die Entwicklung hat deutlich bewiesen, dass es im B. J. C. mit der Innehaltung unserer Tendenzparagraten, wie sie her.te von allen gehandhabt werden, nicht mehr weitergeht; und da will Felix Rosenblüth durch eine Resolution die V. J. Ster vom 5. Kartelltag wieder ins Leben zurückrufen. Die Austritte von Löwenthal, Ernst Wolf und andere Dinge sind ihm schwerwiegende Symptome einer Krankheit, die er mit seiner ganzen Kunst'schildert. — l'nd dennoch, nirgends eine Diagnose, nirgends ein Sehen, woher es kommt, überall treffende, schöne Kritik aus der Gesinnung heraus, die den B. J. Cer ausmacht: Ein Aufruf an die Zionisten, die Versicherung der selbstverständlichen Toleranz und Freude an der zionistischen Majorität heissen doch nichts anderes als: ich halte die Zionisten für die einzigen, alleinigen B. J. Cer — darum müssen sie das Verfahren wieder gut machen — und die andern haben nichts zu sagen — sie haben auch nichts zu sagen! (und schlägt mit der Faust auf den Tisch), aber man darf nicht Gesinnung pressen — beileibe nicht — wir sind dazu da, um zionistisch zu arbeiten — aber man darf kein Unmensch sein! Ich glaube, dass jedes Glied in dieser Gedankenkette an und für sich gut aussieht, als Ganzes unhaltbar ist. Ich will es durch meine Vorschläge beweisen. Meine Voraussetzungen sind dieselben wie Rosenblüths. Ich glaube, dass es im B. J. C. schlecht geht und halte es für richtig, aus dieser Kenntnis Konsequenzen zu ziehen. Da ich so argwöhnisch bin, anzunehmen, dass nicht alle B. J. Oer fühlen, worum es sich handelt, muss ich es wohl vorher erörtern. Fast schäme ich mich, den Gesichtspunkt, unter dem ich die Arbeit unserer Organisation betrachte, noch anzugeben — denn er sollte selbstverständlich sein —, doch ich weiss, dass sich öfters und im kleineren Kreise von Genossen der gegenteilige hartnäckig erhalten hat. Ich glaube, dass die Arbeit des B. J. C. nur dem Zionismus zu dienen hat. Die Programm losen habe ich als ärgste Gegner hassen gelernt.

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