Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 8 (November 1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Der jüdische Student. nur auf prineipiell wichtigen Conventen zu erscheinen. Die Detailfragen sind für uns gleichgültig, wir können nicht im Interesse der Durchführung von Anträgen, die auf unsere Autorität hin angenommen worden sind, tätig sein, da wir eben keine Studenten sind. Wir verstehen einen Teil der Anträge nicht mehr, da wir den Verhältnissen entrückt sind. Wir müssen uns hüten, den Vereinen unsere Ansichten aufzuoctroyieren, wie Eltern, deren Kinder keine von den Eltern abweichenden Anschauungen haben dürfen. Ich halte auch das Stimmrecht der A. II. A. II. auf dem Convent für übeiflüssig, ja gefährlich. Wie leicht können sich einige A. H. A. H. zusammen tun und den Convent terrorisieren. Nur in principiellen Dingen — gewissermassen in Verfassungsfragen — sollen wir Convente besuchen und unsere Anschauungen mit Energie zur Geltung bringen. In diesen Fällen müssen wir auch Stimmrecht haben. Wünschen die Activen die Ansicht des einen oder anderen von uns zu hören, so sollen wir unsere Anschauung aussprechen. Solche Ratschläge werden gern gehört und dankend angenommen; sie entbehren des Odiums der aufocti'ovierten Ansicht. Die festlichen Veranstaltungen-Antrittskneipe, Stiftungsfest — sollen wir eifrig besuchen. Die financielle Betätigung der A. II. A. ]I. dem Verein gegenüber liegt sehr im argen und wird so lange darnieder liegen, wie der A. II. B. besteht. Dieser Bund weiss nicht, ob er leben oder sterben soll, er wird 2 mal im Jahr künstlich belebt, fällt jedoch wieder sofort in seine alte Lethargie zurück. Er tagt unter geringer Beteiligung seiner Mitglieder, wir hören, dass die Beiträge nicht eingehen, der Vorsitzende singt ein Klagelied, die Mitglieder gehen dann befriedigt nach Hause. Die Tätigkeit des Vorsitzenden wird gelähmt durch Mangel an Geldbeiträgen und Mangel an Interesse. Etwas wesentliches hat der Bund n< ch nie geleistet. Deswegen soll er aufgelöst werden. Zahlen die A. IL A. IL ihre Beiträge direkt an den Verein, so hat der Verein mehr von dem A. H. A. IL und umgekehrt. Die financiellen Leistungen können auch etwas erhöht werden. Der Einwand, dass der Zusammenhang der A. IL A. II. unter einander nachlassen wird, ist deswegen nicht stichhaltig, da die Zusammenkünfte doch nur von den A. IL A. H. besucht zu werden pflegen, die auch sonst zusammen kommen. An der geistigen Entwicklung des V.J. St. können sich nur wenig A. IL A. IL beteiligen. Die Leistung der Fuchsenstunde, das Examinieren der Fuchse, das Halten von Vorträgen kann nur von einigen wenigen A. H. besorgt werden. Es werden sich hiermit vorzugsweise solche Bundesbrüder beschäftigen, die Theologie oder Philosophie studiert haben und die die Fähigkeit haben, auch später als Jugendbildner in engster Fühlung mit den Studenten zu bleiben. Wollen wir A. IL A. IL im V. J. St.-ersinne tätig sein, so müssen wir unbedingt aus dem engen Rahmen des studentischen Vereins heraustreten, wir dürfen es uns nicht an der studentischen