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Der jüdische Student · 1907-11-01 · Heft 7 (November 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 7 (November 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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180 Der jüdische Student. Von vorneherein musste also die «offizielle* Nachricht wenig glaubwürdig erscheinen, die die „Welt" in No. 40 und die ^Allgemeine Zeitung des Judentums* in No. 41 brachten: Der russische Unterrichtsminister hat dem Gesuch der Hochschulen entsprechend gestattet, dass Juden in einer den normalen Satz übersteigenden Zahl zum Besuch der Hochschulen zugelassen werden unter der Bedingung, dass die vorgeschriebene Gesamtzahl der Studirenden nicht überschritten würde und dass die Interessen der christlichen Studenten gewahrt bleiben. Mit Recht bezeichnet die A. Z. diese, voraussichtlich von der Regierung in die Presse hin ein] anzierte Mitteilung als »offiziöse Lockspeise.* Denn wie die Bestimmungen über die Immatrikulation jüdischer Studierender nun tatsächlich gehandhabt werden, beweist zur Genüge folgendes Telegramm aus Petersburg (Welt, No. 41): Der Direktor und die Dekane des polytechnischen Institutes von Kiew haben ihre Abschiedsgesuche eingereicht. Der Grund ist darin zu suchen, dass durch eine Regierungsmassregel die Bestimmung des Institut-Statutes wieder in Kraft gesetzt war, derzufolge die Zahl der jüdischen Studenten nicht mehr als 15 Prozent der Zuhörerschaft betragen darf. Diese Bestimmung war in der letzten Zeit nicht beobachtet worden. Da sind unsere Kommilitonen in Oesterreich bei weitem besser dran. Ihr Kampf um die Anerkennung der jüdischen Nationalität scheint von Erfolg gekrönt zu werden. Wenigstens erhält die ^Welt* (No. 40 vom 4. September) folgende Meldung aus Czernowitz: Im Anhange des Lektionskatalogs für das Wintersemester 1907/1908 sollte die Vermerkung der zur jüdischen Nationalität sich bekennenden Hörer der Universität ausgewiesen sein. Da nun ein solcher Ausweis nicht erschienen ist, begab sich eine Deputation der jüdisch-nationalen Verbindungen »Emunah, Hebronia und Zephirah* zum Rektor, Professor Dr. Ehrlich, und verlangte eine diesbezügliche Aufklärung. Der Rektor erklärte, dass dieses Vorkommnis durchaus nicht auf eine Aenderung in dem Verhalten des Senats gegenüber den berechtigten Forderungen der jüdischen Studenten zurückzuführen, sondern blos einem Versehen der Uriiversitätskanzlei zuzuschreiben sei, das sicherlich im nächsten Semester gut gemacht werden wird. Im übrigen werde gemäss dem seinerzeit gefassten Senatsbeschlüsse die jüdische Nationalität in dem Rektoratsbericht, der der eigentliche statistische Ausweis der Universität sei, verzeichnet werden. An der Czernowitzer Universität waren im abgelaufenen Sommersemester mehr als 300 jüdische Hörer inskribiert. Ebenso setzt in Wien nach Schluss der Sommerferien in zionistischen Studentenkreisen die Tätigkeit für den nationaljüdischen

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