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Der jüdische Student · 1907-11-01 · Heft 7 (November 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 7 (November 1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Der 3üdifche Student SKonateförift 5e* 25uit&es Jüöif^et? €orporaiiouen L (IV.) Ja^vg. HoDember 1907. I. Ho. 7 Jüdisch-studentische Monatsiibersicht. Die vergangenen Wochen brachten für den jüdischen Studenten viel Interessantes. In erster Linie haben einige Vorgänge in den Reihen des K. V. (Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten) die Aufmerksamkeit erregt. Das gilt zunächst von der Festrede, die Prof. Meinhold zum 25sten Stiftungsfest des V. D. St- Bonn gehalten und in den „Akademischen Blättern,* der Zeitschrift des K. V., veröffentlicht hat ( No. 10.) Dass der neue Redakteur der Zeitschrift den Abdruck der Rede mit der ausdrücklichen Erklärung begleitete, mit der Veröffentlichung sei »keine prinzipielle Kundgebung* beabsichtigt, war eigentlich überflüssig: denn wenn die Rede auch etwas anders aussieht, als es nach dem sehr beschnittenen Referat einzelner freisinniger Tagesblätter scheinen konnte, so schlägt sie doch einen Ton an, den man im V. D. St. selten zu hören bekommt und der denn auch eine kleine Pressfehde in den A. B. zeitigte. M. stellt über den antisemitischen Charakter des V. D. St., der eine Negation darstelle, von der niemand auf die Dauer leben könne, das christliche Prinzip und »das wohlverstandene nationale - Interesse.* Das zweite gebiete geradezu, aus der Tatsache, dass die jüdische Bevölkerung einen grossen Bruchteil bilde, die richtigen Konsequenzen zu ziehen und die Kräfte der Juden zur Mitarbeit am deutschen Volk zu verwenden: »Die geistige Beweglichkeit, wie sie den Juden meist zu eigen ist, mag und soll unserem deutschen Volk zu gute kommen, die Gewandtheit im Handel und Wandel soll uns, wo wir so stolz gerade hier voranschreiten, lehrreich und nützlich sein, die stetige gespannte Aufmerksamkeit, das Vorwärtsdrängen, wenn auch oft im eigenen Interesse, soll dem deutschen Michel die Schlafsucht vertreiben; ihre Begeisterung für Kunst, ihre unleugbare Begabung für die Reproduktion derselben, der wir Deutsche doch manches verdanken, ihre unzweifelhaft oft bewiesene Opferfähigkeit für diese Dinge, mag sie auch nicht immer den reinsten Beweggründen entsprungen sein, soll den Deutschen treiben und stacheln, dass er an noch etwas mehr denkt als an seinen Skat und Biertisch. Es ist also nationale Pflicht, das Gute, den Nutzen, der uns aus dem Zusammensein mit diesem begabten Volke erwachsen kann, auch wirklich herauszuziehen, ohne dabei der Gefahren zu vergessen, die gerade für den Deutschen

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