Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 5 (August 1907)
- Date
- 1907-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 141 Von unseren geselligen Veranstaltungen sei ausser den regelmässigen Sonntag-Nach mittagsausflügen ein Nachmittagskaffee erwähnt, der in Gesellschaft einiger regelmässig bei uns verkehrender Damen auf unserer Kneipe stattfand, und unser Familienausflug am 24. d. Mts. nach Hohenneuendorf, der einen ganz besonders harmonischen Verlauf nahm. Zum Schluss möchte ich noch unser aller Freude Ausdruck geben über die Regelmässigkeit, mit der A. H. Di-. Emil Colin unsere Veranstaltungen besucht. Arnold Hildesheimer. Bericht des Präsidiums. 1. Die Affäre Loewenthal hat mehrere Wochen lang in einigen K. V. V. grosse Aufregung und Beunruhigung hervorgerufen: Der Angelegenheit, die in diesem Semester soviel hat von sich reden machen, lagen etwa folgende Ereignisse zu Grunde: Loewenthal hatte sich vom V. J. St. Freiburg immer mehr zurückgezogen, wie es scheint, weil er mit dessen Tätigkeit nicht zufrieden war, besonders da seiner Ansicht nach nicht intensiv genug für den Zionismus gearbeitet wurde. Er schloss sich privatim mehreren K. Z. Vern an. Wegen seines disziplinlosen, den V. J. St. schwer kompromittierenden, Verhaltens während seines Pfingst-Aufenthaltes in München beantragte der V. J. St. München seine Dimission in Freiburg. Der Freiburger E. R. erkannte in seinem Verhalten „eine schwere Disziplinlosigkeit und eine grobe Biosstellung des Ansehens des B. I. C. nach aussen/4 sah in Betrachtung seiner früheren Verdienste von einer Dimission ab, erteilte ihm den Rat zum Austritt (wörtliches Urteil No. 4, S. 116). Sein Austrittsgesuch wurde genehmigt. Die Entfernung Loewenthals aus dem B. I. C. setzte seine Freunde in grosse Erregung. Sie waren der Ansicht, dass L. berechtigten Grund gehabt haben müsse, wenn er sich von den Freiburger Bundesbrüdern zurückzog, waren überzeugt, dass L. sich durch seinen eifrigen und intensiven Zionismus die Gegnerschaft einer antizionistischen Mehrheit zugezogen habe. In der angeblichen Hinausdrängung L 's aus dem B. I. C. sahen sie ein bedenkliches Symptom für den Stand des B. I. C, sie glaubten eine Gefahr zu erblicken, die ein sofortiger ausserordentlicher Kartelltag beseitigen müsse. Der V. J. St. Marburg beantragte beim Präsidium einen a. o. K. T. mit der Begründung: „Ausgehend vom Fall Loewenthal-Freiburg sieht der V. J. St. Marburg eine Gefahr für den B. I. C. in den bestehenden Verhältnissen in den Kartellvereinen, die dringender Sanierung bedürfen." Das Präsidium beschloss in seiner Sitzung vom 8. Juni nach eingehender Beratung und ausführlicher Besprechung der Lage im B. I. C, den Antrag abzulehnen.