Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 5 (August 1907)
- Date
- 1907-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Südifdie Student ÖTouatefd?t?ift 5es Swtbes 3übi$>et? Korporationen L (IV.) Jafag. tHugujl 1907. ü*. 5 B. I. C.-Politik. B. I. C. Politik! Darüber glaube ich Einiges Nützliche sagen zu können. Nicht nur: wie diese Politik nach meiner Ansicht sich zu gestalten hätte; sondern in erster Linie: was ist B. I. C.-Politik? Mir scheint bisweilen, als ob nicht jeder Politiker dies wüsste; sodass ich die Antwort auf diese Frage mir ersparen könnte. »Aber ist denn das nicht auch gute Politik, die da Politiker schafft, ohne zu wissen, was Politik ist, — intuitiv, — wenn er nur das Richtige trifft?« Ja! Jawohl! Wenn . . . .! Noch öfter aber ist Beides nicht beieinander. Weder Intuition, noch richtige Leistung. Es gibt bewusste Politik, die weiss, was sie will. Aber es fehlt ihr die solide Basis, ohne die die Politik keine Politik ist. Es fehlen die drei Faktoren: Klarheit über das Ziel; Klarheit über die Mittel; Kritik des bisher Erreichten die Klarheit über die Möglichkeit, das Ziel zu erreichen, und die fordere Anwendbarkeit der bisherigen Mittel. Das ist das Extrem! Politische Unpolitik. Tätigkeit, die sich für Politik hält. Nur ein Lästerer könnte behaupten, dass die bisherige B. I. C. Politik solche Unpolitik sei, es gebe keine Vereinspolitik bei uns. Oder aber einer, der sein berechtigtes Urteil von einem Teil unserer Tätigkeit ausdehnt auf das Ganze. Das wäre Uebertreibung. Uebertreibung aber heisst: unrichtige Erweiterung eines richtigen Urteils. Zunächst: Was leisten wir jetzt? Vi eil Ohne Zweifel! Es wird vorgetragen, diskutiert, getanzt/ geschriftstellert, Reklame gemacht, gefochten, gekeilt, getrunken, gesungen, gelehrt und gelernt. Ein stattliches Register gewaltiger Beschäftigung. »Gewaltiges Geschäftigtun(<, — sagte mir einmal einer, der uns objektiv — also kein Bbr? — gegenüber steht, — »ein Zeichen innerer Unruhe, die ihr betäuben wollt; Kinder schreien im Dunkel/ Wir B. I. C-er natürlich lächeln über solches Urteil: wir schaffen frisch darauf los. Wir haben doch jetzt ein angesehene Verbindung, haben ein paar hundert Leute und den Wahlspruch: Hilf dir selbst! Das ist doch ein Befehl zur Tätigkeit! Nicht nur zur Gesinnung, wie wohl bei anderen Vereinen mit idealen Tendenzen! Also gehorchen wir, und tun etwas. Frucht dieser Tätigkeit ist dann stets am Semesterbeschluss ein anmutige Serie von stolzen, mit viel Genugtung abgefassten,