Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 1 (April 1907)
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 17 Verein Jüdischer Studenten Freiburg. (7. Semester.) Im vergangenen Semester erfreute sich der V. J. St. Freiburg einer für ein Wintersemester verhältnismässig sehr starken Mitgliederzahl. Wir hatten zu Beginn des Wintersemesters 10 Aktive nnd 7 Inaktive. Infolgedessen war der Verein imstande für innere Arbeit und äussere Repräsentation bedeutend mehr zu leisten als das in allen früheren Wintersemestern der Fall gewesen war. Wir hatten eine Reihe von grösstenteils trefilichen Vorträgen, an die sich anregende, fruchtbare Diskussionen zu schliessen pflegten. Es sprachen: Bbr. Kaufmann über „Judentum und Christentum", „ Levinsohn „ „Die Prostitution im jüdischen Altertum", „ Nussbaum „ „Zionismus", „ Zadik „ „Soziale Gesetzgebung in der Bibel", „ Mayer „ „Ein Vorläufer des Zionismus — J. Fränkel und sein Buch „Du etablissement de la nationalite juive". Zum diesjährigen Kartell tag delegierten wir die Bbr. Nussbaum und Lion. Nach dem Kartelltag hatten wir das Vergnügen, die meisten Delegierten bei uns zu sehen. Um diese Zeit fand unser Winterfest statt, das durch die Teilnahme von Vertretern der meisten Kartellvereine einen ernsteren und bedeutsameren Charakter erhielt und der hiesigen Bürgerschaft ein Bild von der Einheit und dem treuen Zusammenwirken der B. J. C. Vereine darbot. Bbr. Herzberg, ein früherer Freiburger V. J. Ster. hielt die Tendenzrede. Auf diesem Fest konnte der V. J. St. konstatieren, dass er und seine Tendenz im jüdischen Leben Freiburgs ein masssgebender Faktor geworden ist. Die meisten jüdischen Vereine der Stadt Hessen durch ihre Vertreter ihr Einverständnis und ihre Sympathie mit den Bestrebungen des V. J. St. erklären. Auch auf der Schlusskneipe, die sehr anregend und harmonisch verlief, konnten eine grosse Anzahl Freiburger A. H. bei uns begrüssen. Die Tendenzrede auf der Schlusskneipe hielt Bbr. Nussbaum. Als studentische Korporation bilden wir einen besonderen Ausschluss. Als solcher hatten wir verschiedene Male Gelegenheit zu chargieren, insbesondere bei Begräbnissen von Professoren und Studenten, wie sie in diesem Semester leider ziemlich häufig vorkamen. An dem Begräbnis eines hier studierenden russischen Juden nahmen wir vollzählig Teil. Der akademische Senat steht uns recht freundlich gegenüber, besonders dessen Vorsitzender, Prorektor Minstedt, der uns zu einem bei ihm stattfindenden Studentenball einlud, eine Ehrung, die nicht jeder hiesigen Korporation, so z. B. der Ghibellinia nicht, zu Teil wurde. Persönliches. Zu A. H. A. H. wurden ernannt: med. Samuel Moses und pharm. Julius Lewy. Zum A. H. h. c. ernannten wir Herrn Dr.