Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 4 (Dezember 1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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—-,-133 heiten hatte; ein Adresskalender mit vielen Namen für Gemeindevorsteher und Beamte. In diesem Jahr, wo es zum ersten Male vom Bureau für Statistik der Juden herausgegeben wird, ist es kein Adresskalender mehr. Viele Namen sind gefallen, nur die wichtigsten blieben. Während früher alles hintereinander stand, ist diesmal alles untereinander geordnet. Vorzügliche Tabellen über Einwohner der verschiedenen Orte, Zahl der Juden, Vorsteher, Kultusbeamte, Unterricht, Synagogenzahl, Häufigkeit des abgehaltenen Gottesdienstes, direkte Kultussteuer, Steuerzahler, Prozente der Staatseinkommensteuer, Gesamtsumme der jährlich aufgebrachten Steuern, Gemeinde-Etat, ev. Filialorte der betreffenden Gemeinde. Durch das Nebeneinander all dieser ziffernmässigen Angaben entsteht vor den Augen des Leseis sofort ein lebendiges Bild jeder einzelnen Gemeinde, ihres organisatorischen, materiellen und kulturellen Zustandes. Die auf Juden bezüglichen Tabellen der amtlichen Statistik des deutschen Reiches sind ausgezogen und dem Jahrbuch ebenfalls zum ersten Maie hinzugefügt. Ausserdem sind wie auch schon früher wieder alle behördlichen Entscheidungen und Verordnungen aus den Jahren 1903/05 gesammelt und unter einer besonderen Rubrik vereinigt. Alles in allem also ein unentbehrliches Buch. Nur die Vereine Jüdischer Studenten, ebenso der K. C, wie überhaupt das studentische Korporationswesen, sind zu kurz gekommen. Die V. J. St.'en sind im Nachtrag erwähnt, aber auch da ist leider die Tendenz nicht wörtlich angeführt und es fehlt in der Aufzählung der einzelnen Vereine der V. J. St.-Charlottenburg, welcher am 14. November 1901 gegründet wurde. Es wird dies im nächsten Jahrbuch zu ergänzen und zu verbessern sein. „Der Kalender der Juden. Vollständige Anleitung zu seiner Berechnung für alle Zeite n." (Broschiert Mk. 2.50, eleg. geb. Mk. 3.—. Verlag der Hofbuchhandlung Friedrich Gutsch, Karlsruh e.). Der Verfasser, Professor Adolf K i s t n e r , gibt damit allen denen, die sich mit dem jüdischen Kalender und seiner Umrechnung auf den allgemein bürgerlichen zu beschäftigen haben, ein wesentliches, sehr brauchbares Hilfsmittel an die Hand. Es ist erstmals der wohlgelungene Versuch gemacht worden, das ganze, mathematisch und astronomisch hochinteressante jüdische Kalenderwerk streng systematisch, aber doch leicht verständlich darzulegen. Zahlreiche gut ausgewählte Beispiele sowie 2 Figuren und 33 Tabellen erleichtern die Lektüre in jeder Hinsicht ausserordentlich. Das Werkchen wird Rabbinern und Lehrern, die zu rituellen Zwecken Umrechnungen vornehmen müssen oder zu klarer Anschauung über den Festkalender gelangen wollen, treffliche Dienste leisten, auch eignet es sich gut für jüdische Schulen und Seminarien, wo es im Unterricht benutzt werden kann. Auch Mathematikern, Astronomen, Historikern u. s. w. kann das Büchlein warm empfohlen werden. Anleitung zum Studium der deutschen Geschichte. Dr. A. Köhler. Leipzig 1905. Jäh und Schunke. Preis 50 Pfg. Der spiritus rector dieses Büchleins ist Lamprecht. Dieser Name genügt schon, „die Anleitung zu empfehlen." Es ist aus dem Bedürfnis des berühmten Historikers entstanden, zunächst seinen eigenen Schülern